Gedichte
von Pierre Sens©Copyright by Pierre Sens
Sehnsucht
Mir war, als hätt` dein Mund
mich sanft auf meine Lippen geküsst,
dass mein Herz vor Freude
nur so springen müsst.
Die Gedanken daran mich wogten
über und über die ganze Nacht,
in ihren Bann sie mich zogten,
zärtlich, lieblich, sacht.
Und meine Träume
glichen einem Freudenhaus,
ich war außer Rand und Bande
und ging doch allein in den Tag hinaus.
Der Schuft
Ein Schuft
(auch ein Mensch,
ein sogenannter Liebesabenteurer)
entfachte bei den Damen
immer ein gefährlich erotisches Feuer.
Das Feuer fraß sich meist von oben
feinfühlend durch die Haut,
bis es tief ins Herzerl der Geliebten gelang;
und wenn die Dame von diesem Herrn nun sprach,
es aus ihrem Munde
nur noch überschwenglich klang.
Bereit war die Dame nun
ihm alles zu geben,
außer Geld
auch ihr ganzes Leben.
Das erstere nahm der Schuft auch gerne mit
und meinte,
für den Rest seien sie damit wohl quitt.
Während die Dame enttäuscht und weinend
- gar verzweifelt -
in ihrer Wohnung da stand,
führte er schon fröhlich die Nächste
durch die Einkaufsstraßen
an der Hand.
Bis auch diese vom Feuer gepackt,
gab ihr ganzes Geld für ihn aus,
stand auch sie zum Schluß
verarmt und einsam in ihrem Haus.
Die nächsten Opfer hatte der Schuft
sich bereits schon ausgewählt
und so die Damenwelt
so nach und nach gequält,
bis eines Tages er an die Richtige kam,
die ihm das ganze erheuschelte Geld
gnadenlos wieder abnahm.
Da indes gelobte der Schuft feierlich:
"Dich holdes Weib, Dich verlasse ich nicht!".
Und da diese ihm aufgrund der löblichen Worte
mit zum Traualtar nahm,
wurde er schließlich bei ihr auch noch zahm.
Doch als verfrüht sie starb
und hernach lag in einer Gruft,
da wurde er wieder -
der alte erbärmliche Schuft!
Der Erfolgsmensch
Ein Mensch
- ein gar überg`scheiter -
erklomm des Erfolges
Himmelsleiter.
Gebuckelt, geruckelt,
geackert, geschoben,
hat er sich von unten
bis ganz nach oben.
War der Weg für ihn
zwar lang und schwer,
doch bereut hat er dies
nimmermehr.
Denn dort angekommen,
wo er anderen hat was zu sagen,
brauchte er außer Verantwortung
nun nichts mehr zu tragen.
So lebte er ohne Last
still und bequem vor sich hin,
hart zu arbeiten
kam ihm nicht mehr in den Sinn.
Bis eines Tages kam ein neuer
Erfolgsmensch die Leiter hinauf,
da war`s mit der Bequemlichkeit
für ihn wieder aus.
Reisen
Gehet auf die Reise... Reise... Reise,
damit ihr mal aus dem Alltag flieht.
Schlagt euch im Leben eine frohe Schneise
und lacht, wenn ihr von dannen zieht.
Gehet auf die Reise ganz geschwinde,
damit euch niemand mehr hier hält.
Paßt nur auf, auf das böse Gesinde`,
daß ihr nicht strauchelt, stolpert, taumelt, fällt.
Worte
Worte kannst Du
peitschen, treten,
lieben, hassen.
Worte können nicht fühlen,
aber uns fühlend machen.
Worte kannst Du beschimpfen.
Worte werden sich beschimpfen lassen.
Doch wenn Worte schimpfen,
wirst Du die Worte hassen.
Worte kann man nicht sehen
und nicht ergreifen.
Und doch müssen wir
nach Worten handeln
und müssen sie begreifen.
Worte können uns lieben lassen.
Mit Worte können wir andere hassen.
Worte haben hin und wieder solch eine Macht,
daß sogar ein einzelnes Wort
manchmal einen anderen Menschen
aus uns macht.
Worte können zu Aufstand führen
und sogar den Weltbrand schüren.
Doch Worte werden von Menschen gemacht.
Und aller Haß ist Menschenhaß.
Und alle Liebe
ist Natur.
Und Liebe, Worte, Haß,
rührt vom Geiste nur -
vom Geiste der Natur.
Die Natur
Die Natur hat weder
Kern noch Schale,
alles ist sie
auf einem Male.
Sie ist kein Kuchen
der von einem Bäcker wurd` gebacken;
kein Schöpfer brauchte daher
jemals sie zu machen.
Die Natur wurde zur Existenz
auch durch nichts gezwungen,
sie ist durch ihre Eigenschaften
selbst dazu gedrungen.
Denn was ewig ist
wird nicht erst geschaffen,
Unendlichkeit sind ihre
stärksten Waffen.
Obwohl die Welt
aus so vielen Einzelteilen besteht
und jedes Teil durch sich selber lebt,
sind alle Teile zur Natur zusammengefaßt,
damit auch alles ineinander paßt.
Doch alles das,
was wir als Einzelteile sehen,
sind nur die Formen
ihres dynamischen Geschehens.
Und alles das,
was sich formt und sich wandelt,
der Mensch als Materie, Raum und Zeit
behandelt.
Denn unser Leben
steht immer auf der Waage,
doch nur solange wie ich das Leben
als Gedanken in mir habe.
Doch zum Schluß,
das ist ihr Brauch,
lösen auch die Gedanken
sich von selber auf.
Deutschland
Deutschland in Wintertagen.
Deutschland in der Nacht.
Deutschland voller Unbehagen,
stürzend, taumelnd
und um die Sinne gebracht.
Deutschland, mein Deutschland,
sag`, wo gehest du hin?
Deutschland lieb Vaterland,
bist so furchtbar abgezockt und abgebrannt,
sag` mir, wo ich bin?!
Deutschland, oh Deutschland,
deine Menschen sind in Not.
Deutschland, oh Deutschland,
wer gibt den Menschen jetzt
ihr kümmerlich täglich Brot?
Deutschland feiert nimmermehr Feste.
Deutschland wurde um sein Reichtum gebracht.
Deutschland wir wünschen dir nun das Allerbeste,
hier gehen jetzt die Lichter aus,
also dann Deutschland: "Gute Nacht"!
Brief eines im Kriege Gefallenen an die Lebenden
Weh` mir,
das Schicksal hat mich im trüben gelassen,
nun lieg` ich da,
einen halben Meter unter der Erde,
ganz still im Nassen.
Die Würmer quälen mich,
vom Scheitel bis zur Sohle,
kitzeln unterm Hemd
und selbst gar in der Hose.
In meinen Augenhöhlen
krabbelt der Ameise Brut,
es ist hier unten im Grab so kalt und finster
doch ihre Säure brennt heiß wie Glut.
So habe ich es mir nie träumen lassen,
als ich in den Krieg gezogen war.
Stolz zog ich hinein
und nahm mir die beste Waffe,
und glaubte nicht
an die eigene Todesgefahr.
Kanonendonner liegt
noch immer über dem Feld
und dringt durch die Erde hinein
in mein einzig übriggebliebenes
und schon leicht verwestes Ohr,
wo es der Käfer und Schnecken wegen
summen und klingen sollte,
doch dröhnt es in ihm nur.
Über mir auf den Wiesen
hängen noch immer
diese mörderischen Nebelschwaden,
ihre Gase rauben denen, die noch leben,
ihren letzten Atem,
dabei liegen auf den Äckern schon
Tausende erstickte Soldaten.
Über ihnen zucken noch immer grelle Blitze,
und lodernde Flammen erhellen
überall Dunst und Rauch,
krachend bricht weiter das Unheil
in das Land hinein
und verwandelt Häuser in Steine
und Steine in Staub,
ja - das letztere,
das geschieht mit den Menschen auch.
Fetzen von Menschen liegen überall umher,
in Blut getränkte Gewehre
schießen auf einmal nicht mehr.
Schreie mischen sich mit
unter jedem Granatenknall,
daß man es sogar hören muß,
dort draußen weit im Weltenall.
Von allen Seiten schießen die Geschütze auf die Soldaten ein,
ein Druck, ein Bersten
und dann das Schrei`n.
Dann fliegt die Erde hoch in die Luft
und schafft im Boden Ruhe für die Toten,
jedermanns letzter Platz ist hier die Gruft.
Weg wollte man von hier,
weg von dieser Schlacht,
bei der selbst ein Teufel
gar Alpträume
und wohl noch Todesängste hat.
Doch gibt es von hier kein Entrinnen,
das Ende ist immer der Tod.
Mag kein Lebender glauben,
wie einsam es hier unten einem fröstelt,
so andauernd hungrig und dürstend,
doch unter der Erde
gibt es weder Wasser noch Brot.
Drum ist die Erkenntnis der Geschicht`:
ziehe Soldat,
von einem Land zum anderen,
ziehe Soldat,
von Pommern bis nach Flandern,
ziehe Soldat,
wenn es sein muß bis vor das Kriegsgericht,
ziehe Soldat,
aber ziehe in einem Kriege nicht!
Ruf mich mal an!
Wer will? Wer mag? ... mich rufen!
Flitz Schall los zu mir, wie auf Kufen.
Süße Worte will ich in meinen Ohren hören,
Deine Worte sollen mich betören,
Worte - wie von Liebe schwer getragen,
Worte, so wertvoll, wie tausend Gaben,
Worte immer dicht an größter Freude dran.
Nun rufe mich, wenn Du willst, auch mal an!
Liebesschmerz
Vor lauter Liebe schmilzt mein Herz
und mit dem Schmelz
da stirbt mein Schmerz!
Buch des Lebens
Im Buch des Lebens steht geschrieben,
das die Schönen Reichtum und die schönen Dinge kriegen.
Nicht immer, fürwahr,
etwas Reichtum und Glück ist auch für die anderen noch da.
An erster Stelle, ganz im Plus, steht das Lieben,
doch müssen sich zwei erst dafür einmal kriegen.
Ein großes Minus, das ist der Verrat,
die Liebe hält viel davon parat.
Aber nicht immer wird man vom Allerliebsten abgeschrieben,
es kommt darauf an, ob die Dinge richtig liegen.
Man muß halt wissen, Liebe ist so eine Sache,
die nicht immer nur Vergnügen mache.
Dieser Aberglaube ist nämlich weit verbreitet
und hat so manchem schon zu Dummheiten verleitet.
Lieben tut man oft vergebens.
Geliebt zu werden, dagegen, ist der Sinn des Lebens.
Ob im Buch des Lebens steht am Ende ein Minus oder Plus,
zeigt uns das Leben erst leider ganz zum Schluß.
Herzallerliebste
Ich wollt` ein Liebchen finden,
so zart und sanft wie die Nacht.
Wollt`s gleich an mir binden,
doch eisern hält Wotan noch die Wacht.
Der Mond war aufgegangen,
still und einsam ruht der See.
Tränen flossen von deinen Wangen,
sag`, was tut dir nur so weh?
Willst du nicht zu mir sprechen?
Damit ich dein Leid vor meinen Augen seh`.
Willst du nicht dein Schweigen brechen?
Hübsch Liesl, Liesl von der See.
Hast du nicht den Tag genossen?
Warst du nur allein?
Sind die darum die Tränen geflossen?
Willst wohl immer bei mir sein...
Laß dein Schicksal nicht trüb verderben,
du weißt, das ich auf dich steh`.
Stetig will ich um dich werben,
küssen will ich dich, sobald ich dich nur seh`.
Liebesglück
Hab` ich nun dein Herz gewonnen (?),
du hübsche Glück versprühende Braut,
ist`s so als schienen tausend Sonnen,
hellfreudiges Licht, wohin man nur schaut.
In meiner Seele tiefsten Grund
denke ich nur an eins (glaube das nur gerne),
küssen will ich deinen schönen Mund
und es leuchten mir dabei die Sterne.
Dein Haar so goldig, wie die Sonne,
deines Augen Blick, der viel verspricht,
deine zarten Hände, welche Wonne,
mein Herz von Liebe spricht, ...
.. weil
Amores Pfeil ganz tief in meinem Herze sticht.
Verliebt in Dich
Ich habe so ein herrliches Gefühl,
als hätte ich Schmetterlinge im Bauch
und dies so stark,
als wären es Elefanten auch.
Verliebt bin ich, wie ein Teen,
meine Gedanken ziehen mich
magisch zu Dir hin.
Verrückt das Ganze, ich weiß.
Aber was heißt schon verrückt?
Deine Nähe bedeutet mir Glück.
An eine große Liebe
- letzte Widmung -
Jetzt ist es wirklich mit uns aus
und alles ist nun vorbei.
Es schmerzt mir so tief im Herz,
daß ich schrei`.
Der Schrei durchbrach die Stille
in dieser Nacht,
schweißgebadet
war ich aufgewacht.
Vorbei, vorbei -
rauscht es mir im Ohr.
Du weißt,
wieviel mein Herz an Dir verlor.
Und immer weiter
treibt die Zeit
Dich von mir fort ....
... immer weiter fort.
Es bleibt mir nur die Sehnsucht
hier am Ort -
und diese gewaltige Stille!
Und Einsamkeit hüllt mich ein,
in ein Schweigen von Traurigkeit.
Und immer stiller wird das Schweigen,
voll von Traurigkeit,
ja - voll von Traurigkeit.
Und zurück bleibt nur die Liebe -
eingebettet in einer unbeständigen Wolke,
... einer Wolke voller Erinnerungen,
gefüllt mit Hoffnung.
Und der Schmerz
hält mich noch weiter gleißend wach,
doch um mir herum
bleibt es weiter dunkle Nacht!
Liebe
In der Liebe
Du den Tag, die Zeit und Dich vergißt,
weil Du bei der Liebe
zwei in einem bist.
Du Dich an der anderen Haut Dich schmiegst
und immer fester drückst,
in der Hoffnung
das Du sie bald besitzt.
Du willst, daß sie wird wie Du,
in Dich verschmilzt,
daß Du wirst wie sie,
weil Du eine Einheit willst.
Ja, immer nur,
weil Du mehr
als nur Du
sein willst!
Dein Körper will übergehen
in ihr Fleisch und ihr Blut.
Doch die Hoffnung wird nie erfüllt,
weil Ihr euch sonst nie wieder lieben tut.
Obwohl Ihr seid zwei
seid Ihr euch einig,
daß die Liebe die Seele reinigt.
Und Ihr fangt die Liebe
immer wieder von vorne an,
weit weg vom falschen
menschlichen Verstand.
Das Ihr erfahrt was Liebe wirklich ist,
das höchste und schönste Gefühl,
das im Menschen ist!
Lied voll Traurigkeit
So wie Dir,
wird es mir nie ergehen.
Denn nur in Dir,
bleibt die Zeit für immer stehen.
So wie mit Dir,
wird es mit mir nie geschehen,
denn die Zeit bleibt nicht stehen.
Du suchtest bei mir die ewige Liebe,
doch Du fandest nur den Schmerz.
Traurig blieb Deine Seele
und traurig blieb auch Dein Herz.
So wie mit Dir,
wird es mit mir nie geschehen,
denn die Zeit bleibt nicht stehen.
Doch wo warst Du als ich Dich brauchte?
Voll Eitelkeit strotztest Du!
Ich brauchte Deine Liebe,
doch Dein Herz blieb für mich zu.
So wie Dir,
wird es mir nie ergehen,
denn nur in Dir,
bleibt die Zeit für immer stehen.
Du dachtest zuletzt nur noch an Trennung
und bautest schon in Gedanken
alle Türen hinter Dir zu.
Doch ich hielt Dir alle Wege noch offen,
in der Hoffnung
wir kommen wieder aufeinander zu.
So gut wie Dir,
wird es mir nie mehr ergehen,
denn die Zeit bleibt nicht stehen.
Doch genauso wie Du,
schließe auch ich
manchmal meine Augen zu.
Und dann lasse ich die Welt allein
und bleibe zurück,
... vergessen, verloren und
in Einsamkeit.
In tiefster Liebe
So wie die Lüste mich wiegen,
so werden die Gefühle mit mir spielen.
So wird`s in mir
mal kalt, mal heiß,
mal friere ich,
mal tropft mir der Schweiß.
So kommt mir dann noch der Schmerz,
mal tief von Sinnen,
mal aus dem Herz.
Wild pocht in mir das Blut,
hämmernd in meinem Kopf,
klopfend in meinem Fuß.
Und das Herz schlägt
in hohen Tönen
auf und nieder,
in meinem Geist spielen tausend Lieder.
Ein Konzert ohne Dirigent beginnt ....
... ein Anfang ohne Ende ....
... mein Geist sich auf die Ouvertüre besinnt.
Und dann ,
wo das Instrument über den Spieler siegt,
die Musik gar Flügel kriegt,
nur noch ein Schauer durch meinen Körper rinnt
und mein Geist dabei in voller Kraft,
ihn auch noch ganz schwerelos macht,
fühle ich,
was man sich manchmal nicht denken kann,
das Liebe gibt,
was Verstand nur verderben kann!
Zeit Deines Lebens
Wieviel Zeit im Leben hast Du?
Wieviel Zeit davon hast Du Ruh`?
Wie oft mußt Du Dich hetzen?
Wieviel mal im Leben
wirst Du Dich verletzen?
Wie oft wirst Du den Frühling sehen?
Wann wirst Du den Sinn
Deines Lebens verstehen?
Und meinst Du nicht auch dann und wann,
daß die Welt nur durch die Liebe
erst bestehen kann?
Und das alles,
was wir in unserem Leben geben,
nur geschieht
durch der Liebe Segen?
Das man auch nur von Herzen geben kann,
durch dieses Liebesband?
Das dieses Band trennt und vereint?
Beglückt und verneint?
Zeit Deines Lebens?
Fremdgänger
Wer gehen will mit einer Andern,
und lässt sein Liebchen Zuhause stehn,
dessen Seele wird wandern
und mit ihr ein Stückchen Ehre gehen.
Es ist vom Glück nur ein Zipfel,
nur ein kurzer Augenblick der Herrlichkeit,
es ist noch lange nicht des Glückes Gipfel,
das liegt in der Ferne weit.
Hast du die Neue auch gerne
(was kann deine Seele schon dafür?),
denkst nicht mehr an das Liebchen in der Ferne,
wichtig ist nur der neuen Liebe Kür.
Was gilt schon Treue?
Treue aus frisch verliebten Mund.
Wichtig ist jetzt nur die Neue!
Doch reicht dies aus zum Grund?
Verlorene Liebe
Sei nicht traurig, traurig,
dass die erste Liebe schon vorüberzieht.
Das Ende war zwar recht schaurig,
doch schneller vergeht der Schmerz, wenn man vergibt.
Alles ist in Bewegung, Bewegung,
ach, das Grübeln ..., das lass doch sein,
Melancholie bringt keiner Seele bessre Regung,
das schafft nur heitrer Sonnenschein.
Tue lieber singen, singen,
kräftig und frohgemut aus voller Brust,
lasse eine Frühlingsmelodie erklingen
und das Leben ist dir wieder eine Lust.
Lass` ein in dein Herz neue Liebe, ja Liebe,
sei dafür immer und stets bereit,
auf das ein jeder sie im richtigen Moment kriege,
heute wie gestern - und in Ewigkeit.
An meinem Kinde
(Abschiedsbrief)
Ach mein Kind,
allem Leid und Weh`,
sag` ich nun ade.
Mein Leben war ein einz`ger
Schmerzensschrei,
voller Angst, voller Unruh,
voller Hoffnung, voller Träumerei.
Es war ein Leben,
voller Arbeit, voller Sorgen,
voller Hast und selten einmal Rast.
Es war ein Leben,
das mit dem Streben nach Reichtum
und nach Macht,
nun doch kein glückliches Ende
gefunden hat.
Ich habe nur den Dingen
der anderen nachgelebt
und nie nach mir selber
mal gestrebt.
Drum bleibt zurück auch ein NICHTS
und niemand wird erinnern
sich an mich.
Heute sehe ich die Fehler,
die ich so oft in meinem Leben
hab` gemacht.
Doch jetzt ist's zu spät,
alles geht nun von alleine
seinen Weg.
Bald hab` ich Ruh` ,
denn dann schließe ich für immer
meine Augen zu.
Doch nimm noch an
einen guten Rat:
Schreite fortan nur noch für Dich
von Tat zu Tat,
denn ernten wirst Du meist nur
Deine eigene Saat!
Eines Tages
Eines Tages
- in weiter Ferne -
hat der nächste Tag
keinen Morgen mehr.
Eines Tages
heißt es:
Abschied nehmen,
von gestern und davor.
Eines Tages
ist irgendwann,
wo es heißt:
zum letzen Mal.
Eines Tages
kommt der Tag,
der ist wie die Nacht,
bevor das Leben erwacht.
Eines Tages
ist alles dunkel
und es bleibt dunkel,
da es den Tag nicht mehr gibt.
Eines Tages ist alles Aus!
Endlosschlaf
Im Himmel ritt ein Schimmel,
und durch die Wolken zog ein Schiff in wilder Fahrt,
am Himmelstore stand ein Seeräuber
mit rot wucherndem Bart.
Alles ging so schnelle,
in meinem Dauertraum,
doch nichts wich mir von der Stelle,
überall nur Himmel und nirgendwo ein Baum.
Alles war frohgemut anzusehen,
kein Trübsal blies in mir,
nirgends Leid blieb bei mir stehen,
auch kein dunkler Gedanke der blieb hier.
Im Traume hab` ich`s Glück gefunden,
das letzte Glück war sonst lange her,
hab` mir`s auf`n Rücken gebunden
und wurde wach nie mehr.
Angst
So lautlos wie meine Gedanken,
so verhallen auch meine Schritte
- unbemerkt -
in der Stille dieser Nacht.
Nur das rascheln der Blätter läßt ahnen,
welch` barsches Schicksal
hier manch einem ist widerfahren.
Bei jedem Atemzug läßt die Kälte
Rauhreif in die Lüfte schlagen;
die Einsamkeit bringt mir
dämonisches Unbehagen.
Des Herzens schlagende Kraft
vermischt sich mit dem Donnern
des Gewitters,
in dieser vernebelten Nacht.
Auf den Dächern prasselt nun der Regen,
so unaufhörlich
wie die Bäume sich bewegen.
Grelle Blitze zucken auf und nieder,
groteske Schatten
schlagen mir in die Glieder.
Und so wie die Zeit spürbar hier verrinnt,
jeder Gedanke ein Netz sich spinnt,
welches aus erlebten und erträumten
beginnt zu leben,
anfängt sich zu senken
und sich zu heben.
Mein Leben sich langsam
im Nebel verliert
und das zeitlose
mich gänzlich ganz berührt.
Es versucht mich zu greifen
und mich zu packen
und ein kalter Schauer läuft hinunter
meinem Nacken.
Da bleibt nur noch ein gewaltiger Schluß:
Nur der Ängstliche -
vor Angst einmal sterben muß!
Hörst Du?
Hörst Du?
Hörst Du die Langeweile,
die Ruhe dieser Nacht?
Hörst Du den Vogel
der da zwitschert
am quellenden Bach?
Hörst Du vielleicht auch im Wald
den Wandersmann,
der beim Laufen noch aus voller Kehle
singen kann?
Hörst Du in der Nacht
vielleicht auch die Sterne,
wie sie glitzern in der Ferne?
Oder hörst Du den Tag,
der Dich bis zum Abend
müde gemacht?
Hörst Du die Sonne
die scheint,
oder hörst Du den Mond,
der tagsüber weint?
Ja, hörst Du das Leben nicht
und alles das
was um Dich geschieht
und nur geschieht
um gehört zu werden?
Hörst Du das nicht?
Dann hörst Du mir auch nicht zu!
Jahreswechsel
Ein Jahr ist nun vergangen,
jetzt erst wird es Dir richtig bewußt.
Ein Jahr hast Du gelebt
und oft in dieser Zeit
nach Deinem wahren Ich gestrebt.
Bist über Stock und Stein gegangen,
hast gelacht und geweint,
gesungen und getrunken.
In den schönsten Stunden
hast Du erlesene Speisen gegessen
und manche Sorge
dabei vergessen,
und hast vor alledem gemerkt
was Leben ist.
Und glaube mir,
die schönsten Zeiten
sich man am liebsten merkt,
schlechte am besten man vergißt,
doch eins ist sicher,
dies wird so bleiben,
solange wie man am Leben ist.
Frohes neues Jahr
Trinkt, Leute, trinkt.
Begrüßt frohgemut das neue Jahr.
Hebt hoch die Tassen und singt:
"Vergangen ist, was gestern noch war! ".
Sauft, Leute, sauft.
Das letzte Jahr war genug trunken von Schweremut.
Keiner weiß was morgen kommt,
heute noch Wüste und morgen vielleicht schon die Flut.
Rauft, Leute, rauft.
Rauft Euch zusammen.
Macht Euch gemeinsam auf den Weg,
welcher für Euch in die Zukunft geht.
Lauft, Leute, lauft.
Vergesst was früher geschah.
Die Zeit, die jetzt kommt, ist die Eure,
also nun dann: "Prosit Neujahr! ".
Gelobtes Urlaubsland
Wo im Wald die Käuzchen dem Wanderer lauschen,
ein Bächlein gar leise rinnt;
wo die Füchse sich "Gute Nacht!" sagen
und jedwedes Vöglein singt;
wo noch Fische springen im alten Vater Rhein,
und stille Burgen liegen im sonnigen Schein;
wo nach arbeitsreichen Tagen man Ruhe endlich fand,
da will man hin, ins heißgeliebte Urlaubsland.
Wo man nichts mehr hört, von Problemen und Militär,
nur einzig der Förster haben darf noch ein Gewehr;
wo Ruhe und Friede ist des Menschen erste Pflicht
und auf den Bergen man hat die allerschönste Aussicht;
wo das Meer weit weg ist, mit seinem Strand,
da weiß man, man ist im wunderschönen alpinen Urlaubsland.
Wo der Wind ungebremst kräftig weht
und deftiges Essen aus Kohl den Magen ein wenig aufbläht;
wo es gibt noch ruhige Wege und keine Staus,
dort wo man geht überm Deich zum Strande hinaus;
wo es Wasser gibt, soweit das Auge reicht, und dazu endlos Sand,
da ist der Norden, dort ist herrliches Dithmarscher Urlaubsland.
Wo es spaßig zugeht und jedes Kind lacht
und die Tage lang sind, bis spät in die Nacht;
wo die Menschen zum Gruße noch winken mit dem Hut
und man fast in Gastfreundschaft ertrinkt, wie in einer Flut;
wo die Menschen singen und sich geben noch herzlich zur Begrüßung die Hand,
da hat man Urlaub, egal wie es heißt, dies großartige Urlaubsland.
Später zuhause - weit weg von der Ferne -,
wo jeder Tag ist ohne heiteren Gesang,
täglich schlechte Nachrichten man hört,
von denen einem wird bang,
in schönster Erinnerung sich ständig quälend
an wundervollste Urlaubszeit,
den Koffer deshalb noch gepackt
und darum stets zur Abreise bereit,
am liebsten das Reiseticket man hätte
schon längst in der Hand,
weiß man, was man will - zurück,
ins gelobte Urlaubsland.
Herbst
Wenn im Herbst die Blätter fallen,
das Bunte dem Grau muß weichen,
stellen sich bei Dir Erinnerungen ein,
an des Sommers farbenfrohe Pracht,
an den Blumen,
die Dir den Tag haben schöner gemacht,
an den grünen Blättern
der Buchen und Eichen,
die nun dem grauen Herbst müssen weichen.
Doch es lebe auch der Herbst.
Erkenne, daß er dich bereichert!
Er hat Dir Erfahrung gebracht.
Alles hat einmal ein Ende,
doch es wird immer wieder
ein neuer Anfang gemacht.
Vier Jahreszeiten - Glück und Leid
Fast jeder Tag hat Dir Freude gemacht,
aber manchmal hat er Dir auch ein wenig
Leid gebracht.
Jede Jahreszeit hat Dir dabei
die ihr eigentümliche Macht gezeigt,
und Du durftest oft spüren
wie Kälte oder Glut
- ja auch manchmal Schmerzen -
sich im Körper rühren.
Und trotzdem hast Du Dich oft
dankbar gezeigt
(und aus Leid hast Du dann Glück gemacht)
in jeder Jahreszeit,
an jedem ihrer Tage,
denn Dir wurde klar
wie schön das Leben
trotz manch unerträglichen Leid`s
in den vier Jahreszeiten war.
Sommermorgen
Aufsteigt der erste Sonnenstrahl
aus dem dunklen Morgenrund,
hinab auf die Erde, auf Berg und Tal,
überall hin, selbst bis auf den Meeresgrund,
wo das Licht nun in alle Winkel fließt.
Und die Menschen werden aus ihrem Schlafe geweckt,
ja mit Sonnenstrahlen gar gekitzelt und geneckt,
wobei das Leben in allen Stuben langsam erwacht,
so bunt wie das Paradies im Himmelsreich,
und alles strömt auf Erden
und doch vieles ruht noch zugleich.
Gönnen und Neid
Wer kann,
in welchen Tagen,
ganz vollkommen und ohne Unbehagen,
frei und fröhlich von sich sagen,
dem Mensch in allen Lebenslagen
immer nützliche Dinge getan zu haben,
und das so ganz ohne Klagen,
auch wenn dabei Schmerzen,
irgendwo im Magen,
größtes Unbehagen verursacht haben?
Dies sicher ist oft selten genug,
liegt aber doch gerade nur auf denjenigen ein Fluch,
die sich selbst nicht ganz geheuer,
haben anderen nicht gegönnt
dem Menschen ihre Wurst auf ihrem Brot.
Doch das Schicksal rächt sich teuer,
irgendwann steckt jeder mal in der Not.
Finden diese Menschen doch noch Hilfe,
wird erst einmal (und ganz alleinig)
Gott hoch gelobt,
nicht daran denkend,
daß oft andere auch ihnen
in ihrem Leben geholfen haben,
zu überstehen,
selbst die schwierigsten Tage,
und welche selbst mit denen,
die anderen nichts gönnten,
geteilt haben
oft ihr letztes Brot.
Das Leben ist nun mal hart,
all die ganzen Jahre,
von der Wiege bis zur Bahre.
Doch sollte sich jeder das Leben,
welches er für sich selbst hat gewünscht,
auch anderen zugestehen,
sonst wird das Leben,
dies muß nun ein jeder fürwahr eingestehen,
für ihn selbst auch ganz fürchterlich unangenehm.
Weltreise
Willst du um die Welt mal reisen,
von China bis zum Belt,
schlage dir durch undurchsichtige Nebel Schneisen,
sonst verirrst du dich in der Welt.
Nimm Karten mit, auch wenn sie wiegen,
gehe früh, da ist die Welt noch im Lot,
paß auf - auf dich, laß Schmutziges liegen,
und nimm dir mit ausreichend Brot.
Laß nieder dich wo Menschen singen,
die kräftig trällern aus stolzer Brust,
wo Kastagnetten und Gitarren klingen,
wo Menschen tanzen vor Freude Lust.
So wirst du wandern, staunen, innehalten,
hab` nur immer mit ein wenig Geld,
das wenige davon, musst du gut verwalten,
damit es bis zum Schluß auch hält.
- Also dann, gute Reise
um die Welt!
Hättest Du
Hättest Du die Seefahrt erfunden,
ja, das glaube mir,
dann wären wir nicht an Land,
nein, dann wären wir jetzt auf dem Meer.
Hättest Du die Schiffe erfunden,
ja, das wäre toll,
wir segelten in jedem Hafen
und hätten den Kahn mit Weibern voll.
Hättest Du den Beruf des Seemanns erfunden,
ei, wie wäre das schön,
dann würden wir darauf einen trinken
und danach zusammen segeln gehen.
Hättest Du den Durst erfunden,
ja, das glaube nur,
dann hätten wir uns einen getrunken,
den Gin und den Rum. Und beides pur!
Hättest Du den Rum erfunden,
nein, nun glaube mir nicht,
des Seemanns Beruf ist die See
und das Trinken nicht des Seemanns Pflicht.
Hättest Du das Wasser erfunden,
ja, wo denkst Du wohl hin,
daß das Wasser keine Balken hat
das käme Dir doch nie in den Sinn.
Ja, hättest Du die Schiffe erfunden,
dann wäre das Meer unendlich weit,
es gäbe auf der Welt keine Berge mehr
und niemals Orte wo es schneit.
Friede, Freiheit, Abenteuer und Glück
Ich hatte einen Traum -
vom Glück in dieser Welt.
Doch er verlor sich für immer in die Ewigkeit,
weil Geld als Glück hier zählt,
weil Geld als Glück hier zählt,
weil Geld als Glück hier zählt.
Wer schafft nun den Frieden auf dieser Erde?
Wer vernichtet alle Bomben und die Gewehre?
Und da war noch ein Traum,
von Friede und Freiheit -
doch der verwirklicht sich wohl kaum,
doch der verwirklicht sich wohl kaum,
doch der verwirklicht sich wohl kaum.
Wo ist der Revolutionär
der die Tabus nicht kennt
und alle Ideologien verbrennt?
Wo ist die Freiheit und das Abenteuer
die der Mensch nun braucht?
Aber Arbeit tut`s wohl auch,
aber Arbeit tut`s wohl auch,
aber Arbeit tut`s wohl auch.
An einem nie gesprochenen Wort
wachsen Gedanken auch nie fort.
An einem nie gepflanzten Baum
wachsen Früchte wohl kaum,
wachsen Früchte wohl kaum,
wachsen Früchte wohl kaum.
Ich will Friede, Freiheit, Abenteuer und Glück!
Stück für Stück
und Stück für Stück!
Ich will Friede, Freiheit, Abenteuer und Glück!
Stück für Stück
und Stück für Stück!
Für eine neue Welt
Komm und geh` ....!
Komm und geh` mit mir auf eine Reise
durch alle Lande dieser Welt.
Komm und breche mit allen die Bande,
damit uns niemand mehr hier hält.
Komm und geh` ....!
Komm und geh` mit mir
durch diese Welt,
die wir uns nehmen wie sie uns gefällt.
Wo man unseren Frieden nicht mehr bricht
und man alle unsere Hoffnungen
nicht mehr im Keim erstickt.
Komm und geh` ....!
Komm und geh` mit mir auf eine Reise
in die Ferne,
zu den Sternen,
durch das All,
wo man als Könige uns empfängt.
Komm und geh` ....
.... mit mir dahin!
Komm und geh` ....!
Komm und geh` mit mir auf eine Reise,
in das Land meiner Träume,
durch die Wogen der Meere,
die unseren Atem im Stillstand hält.
Komm und geh` ....!
Komm und geh` mit mir auf diese Reise
der anders gedachten Gedanken,
deren Worte ohne Schranken,
auf deren Weg in die Freiheit
uns gefällt.
Komm und begeh` ....
.... diesen Weg,
den außer uns schon keiner mehr kennt.
Komm und geh` ....,
.... denn Du gehörst dazu!
Phönix aus der Asche
Hey - Du da draußen!
Hältst Du in Deiner Hand nicht das Licht?
Ewig sollst Du leben,
denn sterben wollen wir nicht.
Siehst Du die Erde
und den Himmel der nicht brennt?
Sieh` mit mir in die Ferne
und schau ob das Ewige
noch ewig hält!
Hey - Du da draußen!
Schau ob das Universum nicht bricht!
Stetig soll das Band uns halten,
was Liebe uns verspricht.
Siehst Du die Erde
und den Himmel der nicht brennt?
Sieh` mit mir in die Ferne
und schau ob das Ewige
noch ewig hält!
Hey - Ihr alle!
Ihr seid doch von Gott verdammt
auf dieser Welt.
Er schaut in Eure Gesichter
und zählt dabei die letzten Tage dieser Welt.
Siehst Du die Erde
und den Himmel der nun brennt?
Siehst Du die Erde,
die das Feuer nun fängt?
Dann sieh mit mir in die Ferne
und schau ob Phönix aus der
Asche nun bricht!
Und schau - schau - schau -
ob Phönix aus der Asche
nun bricht!
Lebensfluß
Ich bin so ausgewogen,
in Raum und Zeit.
Und alsbald doch schon ganz verflogen,
von materieller Einigkeit.
Ich fühle mich daher
von Natur aus leicht betrogen.
Betrogen um die Zukunft
und um die Vergangenheit.
Will alsdann nur noch leben
und genießen,
das Gefühl von Zeit.
Und nach Gegenwart
liegt daher mein ganzes Streben,
doch berühre ich sie,
so bricht sie mir gleich entzwei.
Ständig, so scheint`s,
läuft sie mir zwar entgegen,
doch in Wirklichkeit
fließe ich nur an sie vorbei.
- Revolutionsgedicht -
Und alle Mächte
werden einmal Knechte
Und alle Macht,
die werden wir brechen.
Und alles Blut,
das werden wir rächen.
Unsere Knechtschaft
vergessen wir nun,
nehmt Eure Waffen
und lasset uns was tun.
Und vom Tische
jagen wir unsere Bedränger,
ihre Despotie
ertragen wir nicht länger.
Denn in uns
wächst der Gedanke auf,
Menschen -
das sind wir auch!
Mit unserem Blute
habt Ihr uns gejagt.
Und mit Eurem Blute
haben wir immer gespart.
Und mit dem Säbel
habt Ihr immer gerasselt.
Und wir haben zu oft
von Frieden gequasselt.
Und all` unser Leiden
hat bald ein Ende,
denn unsere Revolution
hat tausend Hände.
Und jede Hand
hat noch einen Fuß,
und Friede, Freiheit
und uns zum Gruß.
Und auf in den Kampf -
Dein Herz zeigt Widerstand!
Und alle Macht an alle!
Mördergrube meines Herzens
Vor 20 Jahren war ich noch ein junger Spor,
heute fühle ich mich eher wie ein Tor.
Ein Narr muß ich doch in jüngsten Jahren gewesen sein,
zog ich alles Leid der Welt in mir hinein.
Meine Seele hat`s dadurch schon früh zerrissen,
mein Gehirn ist deshalb heute vom Grübeln schon fast verschlissen.
Lösen wollte ich damals alle Probleme dieser Welt,
vor den Menschen dastehen wollte ich wie ein Held.
Packte alles an, voller Menschenwut,
in der Hoffnung, was ich mach` wird letztendlich gut.
Habe mich damit aus dem üblichen
zwischenmenschlichen Rahmen gestellt,
manch and`rer Zeitgenosse hat mich nicht verstanden
und mir deshalb ein Beinchen gestellt.
Schwer wurden dadurch all die Jahre,
in meinem Herzen trage ich schon die Bahre.
Grub darum im Herz schon für mich ein großes Loch,
zudem der Weltenschmerz quält mich noch und noch.
Lasse das polemisieren nämlich niemals sein,
stelle mir damit immer selbst ein Bein,
bis ich eines Tages sinke tot in die von mir selbst geschaffene Herzensgrube,
bin mir dann mein eigener Mörder, gar mir selbst ein Lude,
verkaufte mich nämlich an den Rest der Welt,
so darf man sich nicht wundern, wenn man dann in die
Mördergrube seines Herzens fällt!

