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ISDN


- und andere Kommunikationsdienste -

Als ein vollkommen neues Schlagwort kam ISDN in den letzten Jahren in den täglichen Sprachgebrauch.

Die Medien und diejenigen Leute die sich beruflich (oder auch privat) mit Kommunikation beschäftigen, sorgten für die Popularisierung dieses Begriffes, ohne aber die dahintersteckende Technologie der Allgemeinheit ausreichend zu erklären. So blieb es dann bei einem Schlagwort für ISDN - einem Schlagwort, das für ein neues Zeitalter der Kommunikation stehen soll. ISDN ist aber mehr als ein Schlagwort für ein neues Kommunikationszeitalter. ISDN, der Begriff bedeutet soviel wie "Dienstintegrierendes digitales Fernmeldenetz" ("Integrated Services Digital Network") ist zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden, da dieses System einfach und schnell Daten, Text, Sprache und Bilder von einem Standort (dem Absender) zu einem anderen Standort (zum Empfänger) überträgt und zwar digital in einem dafür beschaffenen Netzwerk (Network). Dieses Network ist ein Universalnetz für die Datenfernübertragung, welches auch Informationen (Daten, Text und Bilder) aus dem analogen Fernmeldenetz digital umsetzt und für die digitale Weiterverarbeitung in ISDN-Telekommunikationsanlagen zur Verfügung stellt, damit PC`s an verschiedenen Arbeitsplätzen und auch mit einem zentralen Rechner (Server) kommunizieren können. Dies geschieht auch mit einer so geringen Fehlerquote, daß es den Anwendern zugleich eine hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit garantiert.

Die Übertragungsgeschwindigkeit liegt bei 64 kbit/s für das digitale Fernsprechnetz, was jedoch für Multimedia-Anwendungen zu gering ist, um die großen Datenströme bewältigen zu können. Es sind Weiterentwicklungen im Gange, die höhere Bitraten ermöglichen sollen, um Multimedia-Anwendungen verzugsfrei übertragen zu können. Als Stichwörter sind hier zu nennen: Breitband-ISDN und die digitale Daten-Autobahn.

Neben der alten Kupferdoppelader des Fernsprechnetzes werden zukünftig immer mehr Anwender Glasfaser oder Lichtwellenleiter (für den digitalen Richtfunk) nutzen wollen, da diese noch höhere Übertragungsraten ermöglichen, die zudem (bei den teuren Telefongebühren) sich kostensenkend für ein Unternehmen auswirken werden.

Während beispielsweise die Übertragung eines sieben Seiten starken Textes per Telefax in einem analogen Fernsprechnetz bis zu 7 Minuten dauern würde, reicht im ISDN-Netz (mit Kupferdoppelader) dafür eine Minute aus. Bei Datenautobahnen und Lichtwellenleitern würden sich die Übertragungszeiten noch einmal um ein vielfaches verringern; somit wären größere Übertragungen von Daten und Informationen in Sekundenschnelle möglich. Und über einen ISDN-Anschluß lassen sich mehrere ISDN-Endgeräte gleichzeitig anschließen; ja man kann sogar mit ihnen neue und verbesserte Fernmeldedienste in Anspruch nehmen.

Zu den bedeutesten Fernmeldediensten gehört derzeit: Fernsprechen, Datenfernübertragung, Bildschirmtext, Ton- und Fernsehrundfunk, Telefax, Teletex und Telex.

Diese werden auch von den herkömmlichen Fernmeldenetzen unterstützt. Zu diesen Netzen gehört das Fernsprechnetz, die Breitbandverteilnetze und das integrierte Text- und Datennetz (IDN). Wobei das IDN und das Fernsprechnetz für die Individualkommunikation zuständig sind und die Anwender ihre Informationen in beiden Richtungen austauschen können. Dagegen lassen die Breitbandverteilnetze nur Informationen in einer Richtung zu. Dafür können aber die Anwender ihre Informationen an vielen Teilnehmern gleichzeitig verschicken und verteilen. Dies ist auch der Grund, warum die Breitbandverteilnetze intensiv von den Rundfunk- und Fernsehprogrammanstalten genutzt werden, da mehrere Millionen Haushalte einen Anschluß an dieses Netz haben und sie damit ihre Programme jederzeit allen diesen Haushalten anbieten können.

Das IDN mit seiner digitalen Übertragungs- und Vermittlungstechnik wird dagegen im wesentlichen von denen genutzt, die DATEX oder Telex nutzen wollen.

Telex (Teleprinter Exchange Service) erreicht weltweit in über 200 Ländern mehr als 1 Millionen Teilnehmer; in Deutschland davon alleine über 100.000. Damit ist ein weitgefächerter Kundenstamm für den geschäftlichen Nachrichten- und Datenaustausch vorhanden. Andere Dienste wie DATEX-L (Datenübertragungsnetz mit Leitungsvermittlung) und DATEX-P (P steht für Paketvermittlung) kommen zusammen auf einem etwa gleich hohen nationalen Kundenstamm. Der DATEX- ("Data Exchange") Übertragungsdienst bietet aber auch noch andere Dienste an, wie DATEX-J, DATEX-M und DATEX-S.

Beim DATEX-L können die Daten mit 300 bit/s bis 9.600 bit/s leitungsvermittelt übertragen werden. Die hier aufgebauten Verbindungen (es können nur Endgeräte mit der gleichen Übertragungsgeschwindigkeit verwendet werden) können gleichzeitig die Daten im Dialog empfangen und senden, sind also voll duplexfähig. Während der Übertragungsdauer ist zwischen den Teilnehmern ständig eine Leitung durchgeschaltet.

Bei DATEX-P dagegen ist die unterschiedliche Geräteausstattung der Partner möglich und damit auch die verschiedenen Übertragungsgeschwindigkeiten zwischen 300 bit/s und 64 kbit/s. Zukünftig sollen hier auch fast 2 Mbit/s möglich sein. Die Daten werden dabei in einzelne Datenpakete gefaßt und übertragen, wobei jedes Paket eine genaue Zielangabe erhält, damit es auch den gewünschten Partner erreichen kann. Mehrere Verbindungen (bis zu 255) sind damit gleichzeitig möglich (sogenanntes Multiplexverfahren) und es kann sich hierbei immer um feste Verbindungen, wie auch um virtuelle, handeln. Zudem können alle Datenendgeräte (PC`s und Mainframe-Anlagen, mit der entsprechenden Software) für den Kommunikationsaustausch und mit der geeigneten Schnittstelle, für den Anschluß der Endgeräte, verwendet werden.

Im DATEX-J Dienst, mit seinen mehr als 400.000 Kunden, hat man zudem mittels Modem (für die Verbindung zwischen PC und analogem Telefonnetz) und einem Softwaredecoder Zugang zu allen Btx-Anwendungen und zu den Online-Diensten mit ihren mehr als acht Millionen Anschlüssen weltweit (die Tendenz ist hier noch weiter steigend).
Der Zugriff auf Datenbanken, die Bestell-, Buchungs- und Reservierungssysteme über DATEX-J haben diesen Netz-Dienst sehr attraktiv gemacht und es wird bisher vor allem für die Geschäftskommunikation genutzt. So buchen beispielsweise die Reisebüros per DATEX-J ihre Reservierungen in den zentralen Rechner hinein. Aber auch alle anderen, die auf spezielle Datenbanken zugreifen müssen, nutzen die Möglichkeit von DATEX-J (Btx) als Übertragungssystem. Im ISDN wirkt sich DATEX-J sogar noch günstiger aus, da es schneller die benötigten Leitungen und Grafiken aufbaut. Auch die Daten werden sicherer gesendet und empfangen, was sich natürlich kostengünstiger auswirkt.

Mit Btx (Bildschirmtext) hat man Zugriff auf eine Datenbank, die mehr als 600.000 Seiten Informationen von über 2.000 Anbietern enthält.

Doch nicht nur zur Abfrage von Daten ist Btx ausgelegt, jeder der 400.000 Kunden hat noch die Möglichkeit persönliche Mitteilungen an elektronische Briefkästen zu verschicken; das heißt, jeder kann Nachrichten senden und empfangen. Dies ist auch eine Grundvoraussetzung für das "Tele-Banking" (auch "Home-Banking" genannt). Damit hat man die Möglichkeit von Zuhause aus Einblick in den aktuellen Kontostand seines Girokontos zu bekommen, sowie Überweisungen zu tätigen und Schecks zu bestellen. Damit unbefugte Benutzung ausgeschlossen ist, können Anwender eine Chip-Karte mit einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) nutzen, wobei der Anwender an seinem Endgerät (seinem PC) einen Chipkartenleser angeschlossen haben muß, was für ihn aber auch zusätzliche Kosten bedeutet.

DATEX-M, das Netz der Zukunft, ist für Multimedia ausgelegt und bietet einen Hochgeschwindigkeitsservice an für die Datenübertragung im LAN (Local Area Network) von Stadt zu Stadt.

Es ist wegen den hohen und schnellen Übertragungsraten per Datenpaket im BUS-System (Token-Ring oder Ethernet) besonders für Videokonferenzen und für die Vernetzung von Telekommunikationsanlagen geeignet, die an weit entfernten Standorten stehen. Die Übertragungskapazität kann derzeit bis zu 16 Mbit/s betragen.

Mit DATEX-M (Multimegabit-DATEX) wird auch der Anreiz zum Ausbau eines B-ISDN-Services geschaffen (B steht hier für Breitbandnetz) und ebnet damit den Weg für die weltweite digitale Datenautobahn, mit der aber nicht mehr vor Ende dieses Jahrhunderts zu rechnen ist (jedenfalls nicht im kompletten Ausbau).

Zu erwähnen sei hier noch der DATEX-S Service, welches die einzelnen Satellitenstationen der Kunden, die mitunter in mehreren Ländern verteilt liegen, miteinander verbindet. Die Local Area Networks (LAN) lassen sich global zu einem virtuellen Wide Area Network (WAN) zusammenschließen. Damit ist die Welt flächendeckend mit DATEX gesegnet.
Kaum ein Geschäftsmann will deshalb heute noch auf diesen "Segen" verzichten. Dagegen ist bei den Privatleuten die Hemmschwelle noch recht hoch, sich ein Btx-Terminal zuzulegen; wissen die meisten doch nicht, ob sie einen geeigneten und lohnenswerten Nutzen hieraus ziehen können. Bei dem unüberschaubaren Programmangebot, und der schlechten Aufklärung seitens der Betreiber ist dies auch kein Wunder, so daß das Interesse an Btx niedrig bleibt. Eine ausgeklügelte Programmvielfalt, eine Konzeptänderung im Marketing, ein besserer Service und bessere Tarife für den Hobby-Anwender, könnte Btx auch für Privatleute hoffähig machen.

Weniger Werbung bedarf dagegen das herkömmliche Fernsprechnetz aufgrund seiner bekannten herausragenden Merkmale.

Zu den herausragenden Merkmalen des herkömmlichen Fernsprechnetzes gehören die geringe Wählarbeit, kurze Wartezeiten, Zugang zum internationalen Fernsprechnetz mit seinen circa 600 Millionen Teilnehmern und Anschlüssen an 228 Ländern, automatisches Erfassen der Fernmeldegebühren und die Durchwahl von und zu allen Nebenstellenanlagen.

Sogar noch größerer Beliebtheit als das herkömmliche Fernmeldenetz erfreuen sich schon seit vielen Monaten die Mobiltelefone.

Hier stehen verschiedene Netze zur Verfügung. Das ältere analoge C-Netz für Mobilfunk, das wegen seiner hohen Kosten hauptsächlich von Geschäftsleuten genutzt wurde, und welches voraussichtlich nur noch bis zum Jahre 2000 bestehen bleiben wird, das digitale D1-Netz der Telekom, das private D2-Netz der Mannesmann Mobilfunk GmbH und das Neueste, das E-plus-Netz, das mit besonders kostengünstigen Tarifen den Privatmann (-frau) zum Einstieg in die ortsunabhängige Kommunikation locken will.

Das digitale D1-Netz, das nach dem internationalen GSM-Standard (Global System for Mobile Communication) gestaltet ist, kann auch im Ausland genutzt werden. Dies ist beim C-Netz nicht möglich. Vorteile des digitalen Netzes (D1, D2, E-plus) gegenüber dem analogen C-Netz sind weiterhin das fehlende Rauschen bei der Übertragung und die störungsfreie Verständigung, die eine gesicherte Übertragung von Daten erlaubt.

Weitere Funktionen erhöhen das Telefoniervergnügen und bieten einen sonst nie dagewesen Komfort an, wie etwa die Anzeige der Rufnummer des Anrufers, die Sperre für abgehende Gespräche (beispielsweise ins Ausland) oder für ankommende Rufe, der automatische Rückruf, der eine Verbindung bei vorher besetzter Leitung aufbaut - sobald diese frei wird, die Konferenzschaltung, die eine parallele Verbindung bis zu sieben Personen erlaubt, das Anklopfen, hierbei erfährt der aktive Telefonierer während des Gesprächs (akustisch) das noch andere Personen seine Nummer gewählt haben, das aktuelle Gespräch kann dann "geparkt" und mit dem neuen Anrufer gesprochen werden; danach nimmt man wieder das vorherige Gespräch auf - ohne daß die Leitung neu aufgebaut werden muß. Und zum Schluß kann der Mobilfunker im digitalen Netz sich vielleicht die wichtigste Funktion anzeigen lassen: die Gesprächskostenanzeige (die die vertelefonierten Einheiten und Gesprächskosten anzeigt)!

Mit der D1-Mobilbox hat man einen Anrufbeantworter zur Verfügung, der die Nachrichten speichert und den Angerufenen darüber informiert, sobald er sein Mobiltelefon wieder empfangsbereit hat.

Die D1-Karte, welche in das Telefon gesteckt wird, ist der Schlüssel zu dem persönlichen Anschluß. Diese Karte enthält einen SIM (Subscider Identity Module), die die persönliche Rufnummer gespeichert hat. Damit kann man auch von jedem anderen GSM-Mobiltelefon unter dem eigenen Anschluß (und auf eigener Kostenrechnung) telefonieren. Dazu hat man dann auch noch die Möglichkeit mit einer eigenen PIN-Nummer (die man selbst eingeben kann), die Benutzung der Karte von Unbefugten zu unterbinden. Nur wer die richtige PIN-Nummer weiß, dem wird der Anschluß freigeschaltet. Bei dreimaliger Falscheingabe wird aber die Karte gesperrt, und nur wer die Entsperrungsnummer kennt, den sogenannten PUK (Personal Unblocking Key), kann die Karte wieder freigeben und erneut eine neue PIN eingeben.

Wer mit seinem Telefon im ISDN telefonieren will, braucht ein spezielles ISDN-Telefon oder einen Adapter zu seinem analogen Telefon, welcher die Daten digitalisiert und dann ins ISDN Netz schickt. Man kann auch mit der entsprechenden Soft- und Hardware sein Telefon an den PC anschließen lassen und wenn man über eine elektronische Adressdatei verfügt und/oder über eine Datenbank, so können schon die vorhandenen Daten während des Rufens zu entsprechenden Rufnummern des Rufenden auf dem Bildschirm angezeigt werden, vorausgesetzt diese Rufnummer ist bereits in der Adressdatei und/oder in der Datenbank gespeichert.

Während des Telefonierens (am besten mit einem Kopfhörer-Telefon, damit man beide Hände zur Dateneingabe frei hat) lassen sich weitere Informationen, Mitteilungen und Daten am PC eingeben. Bestellungen und Rechnungen können schon während des Gesprächs verschickt werden und weitere Bestellungen können ohne zeitliche Verzögerung stattfinden. Alles geschieht schnell und ohne Zeitverlust, denn Zeit sparen bedeutet in erster Linie auch Geld sparen.

Wer bei seiner Arbeit viel telefonieren muß, also seine Geschäfte hauptsächlich telefonisch erledigt, hat einen Mangel an persönlichen Kontakt zu seinen Kunden. Nicht im akustischen Bereich zwar, sondern mehr im visuellen Bereich. Einen Telefonkontakt noch persönlicher zu gestalten hilft das Bildtelefon. Während des Gesprächs sieht man seinen Gesprächspartner und es bildet sich eine persönlichere Atmosphäre. Da das Bildtelefon noch keine weite Verbreitung gefunden hat (wohlmöglich wegen der noch geringen Qualität; es werden nur ca. 10 Bilder je Sekunde übertragen und der Monitor ist sehr klein ausgelegt), wird diese intime Atmosphäre ein seltener Fall sein, wenn nicht gerade ihr Kundenstamm zu den avantgardistischen Leuten gehört, die ein solches Medium schon besitzen.

Voraussichtlich wird der Absatz an Bildtelefonen sich dort erhöhen können, wo ein besonderer Service dem Kunden angeboten wird - beispielsweise der Telefonsex. Hier liegt der Anreiz viel höher seinem Gegenpart in die Augen (oder sonstwohin) sehen zu wollen, während man sich auch an den gesprochenen Worten erfreut. Ob dieser Bildtelefonsex schon als Service angeboten wird, ist dem Autor (wohlgemerkt) bisher nicht bekannt, stellt es ihm aber doch für die Firma Telekom eine Möglichkeit dar, hiermit den Absatz an Bildtelefonen ankurbeln zu können. Andererseits bedeutet es für so manche "arme" Hausfrau die Möglichkeit eine Marktlücke zu öffnen, um ihr knappes Taschengeld zu verbessern. Gegnern des Telefonsexes sei hier darauf hingewiesen, daß es sich beim Telefonsex im besten Sinne um "Saver-Sex" handelt, wie es vom Bundesgesundheitsministerium und von anderen Organisationen gewünscht wird, da es sich hier um vollkommen aidsfreien Sex handelt (wenn man hier überhaupt von Sex sprechen kann), so makaber dies auch klingen mag. Prüdere Zeitgenosssen mögen mir den kurzen Einstieg in diese Thematik verzeihen.

Wollen Sie aber auf den Luxus eines Bildtelefons verzichten, haben dagegen andere Wünsche an einen bestimmten Telefonservice, dann können Sie inzwischen bei der Telekom aus einer Fülle von Angeboten auswählen. Ob Sie sich während des Gesprächs die Tarifeinheiten anzeigen lassen wollen - und die DM-Beträge - oder Sie die Kosten auf den Angerufenen abwälzen wollen (dies ist - im Inland wie im Ausland - mit einem R-Gespräch möglich, wobei ein Operator "von Hand" die Verbindung herstellt), inzwischen ist sozusagen schon fast alles ausführbar.

Sie können mit einer Anrufweiterschaltung Ihre Gespräche weiterleiten lassen, beispielsweise nach Geschäftsschluß von Ihrem Büro aus nach Hause, oder Sie richten sich ein Telefonsystem mit Mehrfachnummern ein - an Ihrem Euro-ISDN-Basisanschluß. So läßt sich der PC, das Fax, das Telefon und andere Endgeräte direkt anwählen. Sie können sich auch die Kosten jedes einzelnen Gespräches als Ergänzung zu der Fernmelderechnung zuschicken lassen. Für den Einzelverbindungsnachweis berechnet die Telekom aber ein zusätzliches Entgelt.

Haben Sie das Gefühl, daß Familienmitglieder zu Hause (oder Angestellte in Ihrem Geschäft) zu viel telefonieren? So können Sie bestimmte Anschlüsse und Rufnummern sperren lassen (Vollsperre) oder dort, wo es ganz besonders teuer werden kann, bei Interkontinentalverbindungen ins Ausland. Das Telefon kann entweder total für ankommende und abgehende Anrufe gesperrt werden oder nur für abgehende oder ankommende Gespräche. Zusätzlich kann man den Ansagedienst nutzen, der den Anrufenden informiert, daß der Anschluß vorübergehend nicht nutzbar ist.

Sollten Sie einmal herausbekommen wollen, wenn Sie durch Anrufe belästigt - oder sogar bedroht - werden, unter welcher Nummer, bzw. Wählverbindung, der Anrufende das Gespräch führt, so können Sie die Telekom beauftragen, befristet eine Fangschaltung zu legen. Sie erhalten dann bei Erfolg Auskunft über die im Telefonbuch registrierte Rufnummer, sowie Name und Anschrift des Teilnehmers oder falls das Gespräch aus einer Telefonzelle geführt wurde, dessen Standort sowie Uhrzeit und Datum des erfaßten Gesprächs. Selbst dann, wenn dies zu keinem Erfolg führt, und man bei einer bestimmten Person einen begründeten Verdacht hat, kann man gezielt eine Fangschaltung legen lassen. Aber das bleiben in der Regel wohl doch Ausnahmefälle.

Sollten Sie einmal den Wunsch verspüren in abgelegenen Gegenden, vielleicht irgendwo im Urwald von Afrika oder in der Wüste von Nevada, Urlaub machen zu wollen, und Sie wollen aus Sicherheitsgründen nicht auf ein Telefon verzichten, so können Sie mit einer mobilen Telefon-Satelliten-Anlage von jedem Punkt der Erde aus weltweit telefonieren.

Ob Sie nun anrufen oder aus einem fernen Land selbst angerufen werden, die Verbindung zu Ihrer Telefon-Satelliten-Anlage stellt das INMARSAT-Satellitensystem her; davon gibt es vier Satelliten. Zwei dieser Satelliten sind über dem Atlantischen Ozean stationiert, die anderen beiden jeweils über dem Pazifischen Ozean und dem Indischen Ozean. Da die Möglichkeit besteht, bei Satellitentelefonen auch Zusatzgeräte, beispielsweise ein Modem oder ein Faxgerät, zu nutzen, werden hauptsächlich Reporter, die sich in Krisengebieten aufhalten, mit einem Satellitensystem ausgestattet. So können sie sekundenschnell ganze Nachrichtentexte ihrem Auftraggebern übermitteln, sogar dann, wenn das nächste ortsfeste Telefon viele Kilometer weit entfernt liegt. Wenn Sie nicht ganz so abseits der Zivilisation leben, sondern mittendrin, können Sie sicher schon ISDN-Leitungen zum Datentransport benutzen oder Sie nutzen bereits diese sogar schon für Ihre Videokonferenzen.

Über ISDN-Leitungen sind nämlich heute schon kostengünstige Videokonferenzen möglich.

Hierzu braucht jeder Gesprächsteilnehmer einen geeigneten PC mit der entsprechenden Software und eine angeschlossene Videokamera, die meist auf dem Monitor des PC`s angebracht ist, sowie eine ISDN-Leitung. So können mehrere Gesprächspartner, die sich zudem alle in verschiedenen Ländern aufhalten können, per Bild und Ton miteinander kommunizieren. Firmen haben hierdurch die Möglichkeit viel Geld zu sparen, da teure Geschäftsreisen entfallen können und die Führungskräfte im Hause bleiben.

Sicher, Geschäftsverhandlungen sind über Videokonferenzsysteme nicht immer möglich, da der Kontakt per Videokonferenz sehr eingeschränkt ist und nicht so persönlich gestaltet werden kann, wie es bei manchen Geschäftsverhandlungen notwendig ist. Denn nicht alle Geschäfte lassen sich auf diese Art und Weise in allen Einzelheiten aushandeln und letztendlich abschließen, aber es bleiben noch genügend Aufgaben übrig, für die die eine oder andere Geschäftsreise zu teuer und zu aufwendig wäre, und man besser diese über Videokonferenz durchführt.

So könnte beispielsweise ein Techniker, der in einer kleinen Zweigstelle weit außerhalb des Firmenhauptsitzes ein technisches Problem nicht lösen kann, von seinen besser ausgebildeten Vorgesetzten in der Hauptzentrale erklärt bekommen, wie man an die Sache herangehen muß.

Da nicht nur Bilder der beteiligten Personen, sondern auch Dokumente übertragen werden können (hierzu bedarf es eines besonderen Gerätes, einer Dokumentenkamera), kann dem Techniker auch mittels elektronischer Pläne geholfen werden (die er vielleicht aus Platzgründen nicht an seinem Arbeitsplatz hat), ohne daß ein Techniker aus der Hauptzentrale sich zur Nebenstelle bemühen müßte, um ihm diese Dokumente oder Arbeitspläne zu bringen oder an seinem Ort die Problembewältigung erklären zu müssen. So werden hier Personalstunden, Geld und Zeit gespart.

Für die verschiedenen Aufgabenstellungen und Gebiete gibt es auch verschiedene Videokonferenzsysteme.

Für den vorhin genannten Techniker käme ein Desktop als Einzelplatzsystem in Frage, welches fest installiert ist. Müssen aber mehrere Gruppen (von etwa drei bis sechs Personen) täglich ihre Konferenzen abhalten, und das an verschiedenen Orten, so läßt sich dieses Problem mit einem mobilen Mehrplatzsystem beheben. Nur muß an jedem Ort auch ein ISDN-Anschluß vorhanden sein. Für die Manager aber empfiehlt sich eher ein gut abgeschirmter Videokonferenzraum, welcher mit den üblichen Extras für die Führungskräfte ausgestattet ist, damit dort bequem über mehrere Stunden verhandelt und beraten werden kann. Alles in allem sind das wichtige Punkte, für die es sich lohnt eine Videokonferenz zu schalten und sich die entsprechenden (unter Umständen teuren) Geräte anzuschaffen.

Mit ISDN können Sie sich auch in Mailboxen umsehen, wobei verschiedene Unternehmen hier ihre Dienste anbieten und die Verbindungen zu vielen Datenbanken halten. Als größten Anbieter ist hier CompuServe zu nennen. Beachten muß man auch die Kosten, welche eine Mitgliedschaft kosten, sowie die Kosten, die als Gebühren für die Nutzung von Datenbanken anfallen. Alles im allen kein billiges Vergnügen. Auch die Post verdient hier kräftig mit. Man muß sich also gut überlegen, wie dringend man über Mailboxen den Zugriff auf Datenbanken braucht und wie intensiv man diese nutzen wird.

Informationen werden von vielen Unternehmen angeboten aus verschiedenen Kanälen und eins haben sie alle gemeinsam - sie kosten Geld.

Auch der Staat bietet Informationen an, in vielen Bereichen, diese kosten meist dem Steuerzahler Geld. Empfänger dieser vom Staat angeboten Informationen sind schon die kleinsten Bürger in dieser Gesellschaft, die Kinder. Der Staat stellt allen Bürgern ein Schulsystem zur Verfügung (was nicht in allen Ländern immer selbstverständlich gewesen ist), indem sie sich die nötigen Informationen holen können, um in dieser Gesellschaft bestehen zu können. Erfolg haben dann auch vor allem diejenigen, die immer fleißig gelernt haben und ihr Wissen gut anbringen können. Daß das Informationssystem Schule in heutiger Form nicht der Wahrheit letzter Schluß ist, und daß am Schulsystem in Deutschland noch etwas verbessert werden kann, erfahren Sie jetzt im nächsten Kapitel:
satellitengestützter Fernunterricht!