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Multimedia


- ein "neues" Wort macht von sich reden!

Während in heutiger Zeit mancherlei Wörter in der EDV allgemeine Ratlosigkeit und Unverständnis produzieren, verhält es sich mit dem Wort Multimedia ganz anders. Jeder hat die Möglichkeit darunter etwas zu verstehen, wenn auch jeder etwas anderes, weil es ganz allgemein nur die Verbindung von Text, Ton und Bild zur Animation und zur Information bedeutet.

Zusätzlich kommt dabei dem Begriff "Interaktion" eine immer größere Bedeutung zu. Der Anwender oder Empfänger von Informationen erhält zusätzlich die Möglichkeiten zu Manipulationen. Wobei sich derzeit ein Trend abzeichnet, der verstärkt zu Manipulationen an Bildern hintendiert. Die Grundausstattung für ein heutiges Multimedia-Medium ist ein MPC (Multimedia-PC), also ein 286er, 386er oder noch besser ein 486er mit möglichst 8 MByte Hauptspeicher,


(Nach dem im Jahre 1993 festgelegten MPC2-Standard zumindest 4 MByte in einem mit mindestens 25 Megahertz getakteten 486er; aber diese Angaben müssen sicher schon bald nach oben korrigiert werden, so daß man schon jetzt mindestens 16 MByte in einem 66 Megahertz getakteten 586er einplanen kann (PCI- Power- oder RISC-Prozessor), obwohl selbst diese Angaben sicher schon wieder in den nächsten Jahren korrigiert werden müssen, und auch diese Generation wird wieder schnell überholt sein.)


entsprechende Multimedia-Software und weitere Hardwarebestandteile, wie Festplattenspeicher mit mindestens 80 MByte Kapazität (nach dem MPC2-Standard schon jetzt 160 MByte), einem 3,5-Zoll Diskettenlaufwerk (1,44 MByte), einer guten Soundkarte sowie mindestens die VGA-Grafikkarte mit dem dazugehörenden hochauflösenden Farbmonitor (bei einer Auflösung von mindestens 640 mal 480 Bildpunkten mit 65.536 Farben - natürlich strahlungsarm) und "last but not least" ein CD-ROM- Laufwerk. Und das ganze sollte zumindest, nach dem alten MPC1-Standard (1990), mit einem Prozessor von 16 Mhz getaktet werden, damit man nicht bei der Arbeit (oder bei den Spielen) einschläft. Zu empfehlen wäre aber auch hier mindestens mehr als das Doppelte!

Mit steigendem Bedarf an guter Software und mehr Möglichkeiten zur Anwendung bis hin zur professionellen Qualität, werden vor allem die Ansprüche an Prozessoren, Haupt- und Massenspeichern immer größer.

Hier werden schon in einigen Jahren für den Hobby-Anwenderbereich Kapazitäten verlangt werden, die bis vor wenigen Jahren noch als reine Utopien galten oder nur den wenigen wissenschaftlichen Großrechnern vorbehalten waren. Das, was bislang den kommerziellen Nutzern gut diente, reicht heute schon längst den Hobby-EDVlern nicht mehr.

Während des kurzen Siegeszuges des 286er PC`s (vor circa sechs Jahren), welcher den 8086er AT ablöste, wurde dieser inzwischen vom 386er in den letzten drei bis vier Jahren gänzlich verdrängt. Aber auch jener ist nur eine Eintagsfliege in diesem Geschäft geblieben, drängte doch schon der 486er alle 386er PC-Geräte vom Markt. Und selbst dieser hat schon die nächste Generation der Power-Chips (mit den "586er") im Rücken. So kann man bei diesem Trend doch den "686er" oder vielleicht sogar den "886er" in den nächsten zwei bis vier Jahren mit- einkalkulieren, wie immer diese PC`s, Prozessoren oder deren integrierte Bus-Systeme heißen werden. Ob PCI oder Power-Management, ob RISC oder "Gigabyte-Floppy-Disk" (Zukunftsversion des Autors/1992), hier scheinen die Fortschritte in einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gestoßen zu sein. Und Multimedia ist dabei diesen Trend enorm zu beschleunigen, weil multimediale Anwendungen immer mehr an Rechnerleistungen und an Speicherkapazitäten verlangen.

Während früher Kreativität am PC nur für Computerfreaks zu realisieren war, eröffnet der neue Multimedia-Boom auch dem Laien ein Feld von Möglichkeiten zur kreativen Entspannung und zum Studium von Zuhause aus.

Mittels einer Soundkarte, welche einen Anschluß für ein Mikrophon enthält (läßt sich meistens auch mit der hauseigenen HiFi-Anlage verbinden), können beispielsweise mit Hilfe spezieller Musik-Softwareprogramme eigene Musikstücke komponiert werden. Dann kreiert man mit den entsprechenden Programmen Grafiken hinzu, die im Takt der Musik "tanzen", so daß man zur Musik auch seine eigene Show hat. Zum MPC gehören natürlich auch Stereo-Lautsprecher, um die Klänge akustisch wahrnehmen zu können. Man(n) (oder Frau) kann aber auch Musik aus dem Radio aufzeichnen und diese nach Wunsch verändern sowie mit den eigenen komponierten Musikstücken vermischen. Mischt man die eigene Stimme nun (synthetisiert) dazu, ist man schon fast ein "bekannter" Interpret; jedenfalls dann, wenn man es schafft, die Stimme so zu synthetisieren, als würde zum Beispiel Caruso oder Placido Domingo seinen Zuhörern eine Probe ihres Könnens geben.

Sie glauben mir nicht, daß dies möglich ist?

Nun sicher, so einfach, wie ich es jetzt dargestellt habe, ist es auch nicht, aber dies zu realisieren gehört in den Bereich der technischen Möglichkeiten.

Jede Stimme hat ihre eigene analoge Frequenz und jeder Mensch hat mit seiner Stimme einen ganz individuellen "Fingerabdruck". Wenn wir nun den "akustischen Fingerabdruck" von Herrn Placido Domingo wüßten, und unser eigener "Fingerabdruck" liegt digital im MPC vor, könnten wir diesen mit der entsprechenden Software so verändern, daß er der Stimme von Placido Domingo gleichen würde. Doch wer kennt schon die richtige Stimmenfrequenz von Herrn Placido Domingo, und wer besitzt schon die dazu entsprechende Software, um Stimmenfrequenzen derart manipulieren zu können? Zudem gehört zum Aufzeichnen und zum Bearbeiten von Audio-Daten auch eine entsprechende Hardware, die noch immer nicht für jeden erschwinglich ist.

Die Bezeichnung für das Aufzeichnen von Tönen aus beliebigen Quellen nennt man Sampling. Akustische Signale werden dabei in elektrische Schwingungen versetzt und diese dann vom analogen Signal zum digitalen Format konvertiert (umgesetzt).

Das ganze wird natürlich über das allgemeine, standardisierte Dateiformat für herstellerübergreifende Speicherung von Tondateien (MIDI) abgespeichert. MIDI (Musical Instrument Digital Interface) ist die Bezeichnung für eine Schnittstelle (standardisiert und seriell), um die Daten angeschlossener Musik-Geräte (beispielsweise Synthesizer) austauschen zu können. Dazu müssen selbstverständlich die Töne in digitale Werte umgesetzt (konvertiert) werden. Und bei Wiedergabe werden diese wieder in akustische Signale umgewandelt. Daher enthält jede Soundkarte auch für die Aufzeichnung einen Analog-Digital-Converter (ADC) und einen Digital-Analog-Converter (DAC), der für die Wiedergabe der abgespeicherten Ton-Dateien zuständig ist. Und mit DSP (Digital Signal Processing) erzeugen Sie aus Ihren Lautsprechern einen Klang, als käme er aus einem Konzertsaal oder aus der Disco, eventuell auch aus der Kirche - wie Sie es gerade wünschen!

Da die Abspeicherung von Ton-, Text- und Bilddateien eines großen Speichermediums bedarf, hatte sich die Musik-CD (CD-A = Compact Disc Audio) mit der Möglichkeit einer Speicherkapazität von 300 bis 700 Mbyte sehr frühzeitig dazu prädestiniert, auch als Festplattenlaufwerk für Computer neue Anwendungsbereiche zu finden. Derzeit sind aber nur CD-ROM-Laufwerke (ROM = Read Only Memory) erhältlich, die CD`s nur abspielen können, also CD`s, die, nachdem sie einmal bespielt wurden, sich nicht wieder löschen lassen. Es ist aber davon auszugehen, daß in absehbarer Zukunft auch preiswerte CD-Laufwerke den Markt erobern werden, die die Technik des Löschens und des wieder neu Bespielens beherrschen. Wer nicht so sehr auf den Geldbeutel schauen muß, kann schon heute für ein paar tausend Mark, solche Spitzengeräte erwerben. Derzeit (Stand 1993) sind vom Otto-Normalverbraucher für den MPC2-Level lediglich diejenigen XA-Laufwerke gefragt (XA steht für "eXtended Architectur"), welche preiswert sind und auf verschiedenen Computerplattformen und unter verschiedenen Betriebssystemen arbeiten können. Dies ist sicher auch schon ein Fortschritt in diesem jungen Markt, doch wird schon bald der MPC3-Level fällig sein, der ein preiswertes CD-RAM-Laufwerk verlangen wird, welcher CD`s auch bespielen und wieder löschen kann. Sobald dies erreicht ist, hat die herkömmliche Diskette mit ihrer sehr begrenzten Speicherkapazität ausgedient. Obwohl mit dem MD-Data-Speichersystem (MD = Mini Disc) bereits eine Diskette vorliegt, die 140 Megabyte an Daten speichern kann. Dies ist aber nur ein Tropfen Wasser auf einem heißen Stein, und dieser Tropfen wird für ein bilderbearbeitendes Medium zur Speicherung nicht ausreichen, da hier die Anforderungen ganz klar in Richtung des Giga-Bereichs gehen. Dafür ist bisher alleine die CD prädestiniert.

Das revolutionäre an der sogenannten CD (Compact Disk) ist die Digitalisierung von analogen Wellen. Dabei werden diese Wellen in eine Kette von Nullen und Einsen umgewandelt, also alle Informationen in Ja- und Nein- Zustände versetzt. Dies ist im ersten Moment sicher schwer zu verstehen, aber die gesamte Struktur der elektronischen Datenverarbeitung ist auf diesem Prinzip aufgebaut. Bei der Compact-Disk werden die digitalisierten Informationen auf eine Polycarbonatscheibe in Form von Vertiefungen (Pits) eingebrannt. Abgelesen werden sie dann durch einen LASER. Dies ist ein stark gebündelter Lichtstrahl, der die Informationen in elektrische Impulse umwandelt. Diese Impulse lassen sich über eine Datenleitung in das Medium Computer einbringen, welcher dann später mit Hilfe eines Betriebssystems und mit Hilfe von Programmen diese Dateninformationen in ihre Ausgangsposition setzen kann. Und hier beginnt der Vorteil des MPC-Mediums. Bevor diese Daten wieder in ihre Ausgangspositionen gelangen, werden sie zwischengespeichert und bearbeitet, also bewußt verfälscht. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun die Daten einem Musikstück angehören, einem Bild oder einem Text. Entscheidend ist alleine die Reihenfolge an Einsen und Nullen bei diesen Daten. Und diese Reihenfolge läßt sich per Programm verändern.

So gehören zu den wichtigsten Funktionen eines MPC`s die Möglichkeiten, Bilder von Diskfotos, Bildplattenspielern, Videorecordern, Camcordern, Scannern, und ähnlichen Geräten aufzuzeichnen, wiederzugeben und zu modifizieren. Selbst laufende Fernsehbilder lassen sich mit einer Video-Overlay- und einer Framegrabber-Karte "einfrieren", d. h. abspeichern. Man kann sich dann einzelne Bildsequenzen am Monitor anschauen und sie dann bearbeiten. So lassen sich auch verschiedene Bildsequenzen miteinander mischen. Und natürlich kann man sie auch ausdrucken. Frame Grabber (Frame = Videobild) ist übrigens die Bezeichnung für die Hardware zur Speicherung eines kompletten Videobildes. Für das Mischen von Videobildern und Computergrafiken ist allerdings die Genlock-Karte verantwortlich. Diese Karte sorgt für die digitale Angleichung derjenigen Daten eines Videobildes, die ungleich mit der Frequenz der Hardware sind. Das heißt, daß Computersignal wird an die Frequenz des Videosignals angepaßt (generiert).

In der Praxis wird Multimedia bereits für kleine und mittlere Betriebe als Instrument zur Präsentation ihrer Produkte eingesetzt.

Neben den persönlichen Vorträgen eines Außendienstmitarbeiters beim Kunden werden Werbefilme, beispielsweise auf Video, als Verkaufsförderung benutzt. Sind die Werbefilme unter dem Gesichtspunkt der Methodik und Didaktik richtig aufgebaut, wird das begleitende Verkaufsgespräch direkt in die richtige Richtung gelenkt. Mittels Filmsequenzen ist das Verkaufsgespräch spannend aufgebaut, es informiert deutlich, und zudem verkauft es das Produkt dann auch gut. Mit diesem High-Tech Umfeld können selbst die aufdringlichsten Außendienstmitarbeiter dem Kunden ein Vergnügen sein.

Aber damit ist für eine Firma die Palette der Möglichkeiten nicht beendet. Der Chef kann abends seine Anweisungen per Mikrophon in den MPC sprechen, gleichzeitig die dazugehörigen Dokumente abspeichern, und morgens, wenn die Sekretärin kommt, kann sie direkt seinen Anweisungen folgen und die Dokumente bearbeiten. Das ganze läßt sich natürlich auch über Netzwerk verschicken, so daß Außenstellen auch multimedial verständigt werden können. So können z. B. Immobilienmakler mit einer speziellen Kamera Bilder ihrer Häuser auf eine Photo-CD bannen, im MPC mit Text versehen, die Bauzeichnungen mit einbinden, dazu vielleicht noch etwas Musik als Untermalung hinzufügen und das ganze dann per Netzwerk an die Kunden schicken. Vorausgesetzt, die Kunden verfügen ebenfalls über einen Netzwerkanschluß und über einen multimediafähigen PC. Die MPC-Grundausstattung wird aber schon in wenigen Jahren zum Standard eines Büros gehören, so daß es hier dann keine Probleme geben wird. Für die Bürokr(e)at(iv)en gibt es jetzt schon eine Menge brauchbarer CD`s, wie zum Beispiel ein ausführliches Lexikon, einen Weltatlas, einen Thesaurus (Synonym-Wörterbuch) und diverse weitere Almanachs. Das elektronische Blättern in solche digitalen Polycarbonat-Büchern macht einem technologiebegeisterten Sachbearbeiter sicherlich mehr Spaß, als die Stöberei in den dicken und alten Wälzern von "Anno Dazumals". Der Umfang an geeigneten CD`s für den Bürobedarf (z. B. Gesetzestexte für die Anwaltskanzlei) wird sich in den kommenden Jahren ständig weiter erhöhen.

Neben den uns bisher bekannten Schallplatten- und CD-Musikläden werden wir demnächst auch immer mehr CD-Läden vorfinden, die hauptsächlich Informationen und multimediale Lernprogramme sowie Spiele auf CD`s anbieten.

Vor allem im Bereich der Lernens werden für Schüler, Studenten und Auszubildende die CD-Datenbanken immer mehr an Bedeutung gewinnen. Selbst komplizierte Themengebiete, wie beispielsweise die chemischen Verbindungen von Molekülen, lassen sich mit Hilfe von Text, Ton und Bild einfacher erläutern, als es nur den Einsatz eines Buches vermag. Studienlehrgänge per Fernunterricht lassen sich dadurch verkürzen. Damit kann Multimedia verstärkt in den Schulen und Universitäten Einzug halten, um die Lehrkräfte zu entlasten. Auch den gewerblichen Anbietern stehen hier noch eine Fülle von neuen Möglichkeiten zur Verfügung. Hier scheint sich ein unersättlicher Markt zu öffnen. Einer der schleichend, unmerklich (dabei doch auf angenehme Art und Weise) unser Leben in vielen Bereichen verändern wird.

So auch im privaten Bereich, denn wir können den MPC zur Zentrale in unserem Haushalt machen.

Es lassen sich die Lichter in den einzelnen Zimmern steuern und zu bestimmten Zeiten an- und ausschalten. Früh morgens wird der Toaster und der Kaffeeautomat in Betrieb gesetzt, ohne daß wir dafür extra aufstehen müssen - und das computergesteuerte Radio weckt uns sanft mit den Frühnachrichten. Alle Geräte, die elektronisch steuerbar sind, lassen sich von uns nach Wunsch programmieren. Und wenn wir dann zur Arbeit gehen, saugt der "Robo-Staubsauger" noch die letzten Krümel weg, die wir hinterlassen haben.

Dann werden wir wohl auch (für die wichtigsten Tage im Jahr) die Hilfe des MPC`s in Anspruch nehmen. Bei der Urlaubsplanung wird er ein entscheidender Ratgeber sein können. Mittels der Länder-CD können wir uns Zuhause in Ruhe die schönsten Hotels aussuchen (oder in den Reisebüros, denn dort werden die MPC`s - mit den CD`s von Ländern aus aller Welt - in absehbarer Zeit ebenso stehen). Hier erfahren wir etwas über Land und Leute und können uns ihre Sehenswürdigkeiten schon vorab am Monitor betrachten. Das heißt, wir können uns mittels dieser Bilder im vorhinein etwas von ihrer Kultur vermitteln lassen und dabei den Klang ihrer Folksmusik akustisch wahrnehmen sowie uns ihre Landessprache anhören.

Aber auch andere Hintergrundinformationen, wie Devisentausch, Öffnungszeiten der Museen, Fahrpreise von Taxen und Bussen, können wir abrufen. Bereits jetzt gibt es schon CD`s mit Informationen (Hotels, Straßen, landesübliche Musik, etc.) über die größten Städte dieser Welt. Auf der ersten "Great Cities of the World"-CD finden wir beispielsweise alles wichtige über die Städte Paris, London, New York, Los Angeles, Rio de Janeiro, Sydney, Kairo und Bombay. Doch selbst die üblichen Urlaubskataloge werden wir bald auf CD`s angeboten bekommen. Niemand muß dann mehr Dutzende von Urlaubskatalogen zusammentragen, um sein Urlaubsziel ausfindig zu machen; alle Kataloge eines Reiseveranstalters sind dann auf einer einzigen CD zu finden. Dies spart auch dem Reisebüro teure Platzkosten für die Lagerung der Broschüren (und dem Reiseveranstalter zudem teures Papier). Dem Kunden kann durch die Urlaubskatalog-CD die Mühe der Errechnung der Preise für Flug und Hotel mittels umständlicher Tabellen abgenommen werden, weil dann auf der CD alle möglichen Varianten vorhanden sind. Wir brauchen nur die nötige Variante mit einer "Maus" anzuklicken und schon präsentiert uns das MPC-Medium die benötigten Informationen. Es öffnet sich somit uns mit dem MPC, nach dem weltweiten Siegeszug des Radios und des Fernsehgerätes, eine weitere Welt an abrufbaren Informationen.

Multimedia wird mit seinen Möglichkeiten zu einer neuen Philosophie werden und uns die Türen zu neuen Welten öffnen. Selbst unsere Denkweise wird sich soweit ändern, daß sie zu einer besseren Akzeptanz der uns fremden Länder, Kulturen und Menschen führt und uns diese dadurch auch näherbringt, was im Endeffekt zwischen den Völkern zu einer besseren Verständigung führen wird.

Multimedia ist ein System, das durch Kommunikationsverbindungen Menschen aller Länder, Nationen und Rassen näher kommen läßt.

Das Experiment von Eberhard Schoener, am 13. August 1993, anläßlich der Eröffnungsspiele zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Stuttgart (bei der Musiker auf 5 Kontinenten zur gleichen Zeit ein Konzert gaben und mittels Satellitenübertragung zusammenspielten) hat uns die Richtung gezeigt, wie völkerverbindend moderne Technologie sein kann.

Paris, als die wohl weltweit avantgardistischste Stadt der Künste, hatte bereits schon 1990 den Mut gehabt, mit dem Musiker und Pop-Giganten Jean-Michel Jarre einen Teil ihrer Stadt in ein audiovisuelles Theater zu verwandeln.

Die Künstler (und deren Mitarbeiter und Helfer), die an diesem Ereignis und Medienspektakel beteiligt waren, sprengten alle uns bisher bekannten Formen der Kunst und gaben diese hinauf in eine neue Dimension. Eine neuartige Ausdrucksform der Kunst wurde in diesem Moment für jeden einzelnen Bürger dieses Stadtteiles erlebbar und durch die technischen Möglichkeiten von Multimedia zu einem Massenereignis par excellence.

Hunderttausende waren abends auf die Straßen gekommen, um die Musik von Jean-Michel Jarre zu hören, und um die Wände der futuristischen Gebäude dieses Stadtteils zu betrachten, die mit einer Multimedia-Light-Show bestrahlt wurden; der Himmel selbst wurde durch ein fast durchgehendes Feuerwerk mit einbezogen.

Die Fassaden der Gebäuden wurden für den Augenblick der Beleuchtung zu Skulpturen, welche sich ständig durch neue Bildmonumente wandelten; ja, ein ganzer Stadtteil war für den Moment dieser künstlerischen Session zu einem einzigartigen Kunstobjekt geworden. Selten zuvor kam jemals die grandiose Silhouette von Paris derart zur Geltung, welche von avantgardistischen Architekten und mutigen Stadtplanern erschaffen wurde.

Aber es ist nicht so, daß die technischen Möglichkeiten einen Künstler zum Avantgardisten machen; nein, vielmehr ist es so, daß der avantgardistische Künstler die technischen Möglichkeiten bis hin zum letzten herausfordert und deshalb von den Ingenieuren und Technikern verlangt, die Möglichkeiten, die entwickelt werden können, auch umzusetzen und weitere Entwicklungen voranzutreiben. Kunst wird damit zum Motor des technischen Fortschritts! Dies ist inzwischen allgemein von den führenden Kräften der Wirtschaft erkannt worden, welche nunmehr auch bereit sind, Künstler verstärkt zu fördern. So ist es nicht verwunderlich, daß auf technischen Messen auch immer mehr "Techno-Kunst" zu sehen ist und deshalb dort Monitorkunstobjekte auftauchen, wie die "Turtle" von Name June Paik, mit dem glimmernden Panzer von 150 Farbmonitoren oder das visuelle Wasserrad, welches über Monitore laufendes Wasser darstellt ("Liquid Time" von Fabrizio Plessi).

Man kann also ohne jegliche Übertreibung sagen, Multimedia ist auch im Bereich der Kunst Zuhause.

Dies betrifft nicht nur die am MPC hergestellten Kunstgrafiken und Bilder für das visuelle Kunsterlebnis, sondern, weil es multimedial ebenso audio wie visuell ist, setzen die Musiker (in ihrer Welt der Töne) verstärkt dieses neue Medium ein. Mit jeder guten Sound-Blaster-Karte lassen sich Musikstücke komponieren, aufnehmen, mischen und auf andere MPC-Rechner überspielen. Und die Verbreitung kann mittels Satellit über viele tausende Kilometer hinweg erfolgen - grenzenlos!

Der PC wird deshalb in den Händen von Musikern immer mehr zu ihrem Musikgerät. Für Musiker aller Couleur, Popgruppen jeder Art, Sängerinnen und Sänger, von Monoton bis Bariton finden hier ein neues Betätigungsfeld. Das heißt, sie können ihre Musik digitalisieren, aufzeichnen, bearbeiten, verbessern und verbreiten. Mit dem Multimedia-PC kaufen sie sich ein Stück Tonstudio. Über Datenverbindungen können Sie mit Musikern an weit entfernten Orten kommunizieren und musizieren. So machen die Musiker den MPC nicht nur zu einem Musikgerät, sondern dieses Musikgerät macht die Musiker dann auch zu MPC-Fachleuten. Wir können also sagen: der moderne Musiker von morgen muß auch ein Multimedia- und Computerfachmann (-fachfrau) sein!

Technologiegegner und Musikneanderthaler werden jetzt natürlich aufschreien. Aber der Zug in Richtung MPC-Musikgeneration ist schon abgefahren und läßt sich nicht mehr aufhalten. Bleibt hier zu hoffen, daß die Musik der Zukunft nicht nur im Takt von Techno-Rock spielt (stampft). Letztenendes liegt es noch nach wie vor an der Kreativität des Künstlers, ob ein Musikstück gelungen ist oder nicht. Obwohl schon in den Forschungszentren der KI- und Computerforschung (KI steht für Künstliche Intelligenz) an kreativen Computern gearbeitet wird, welches die Musiker ersetzen soll. Doch bisher hat noch kein Computer ein hitverdächtiges Musikstück komponiert und in die Musik-Charts eines Landes gebracht. Darauf werden wir wohl noch einige Jahre warten müssen.

Worauf wir nicht warten müssen, sind unsere eigenen Multimedia-Shows mit digital gespeicherten Realbildfolgen (Video).

Durch die Möglichkeit vom Videorecorder aufzuzeichnen, das Bild (bzw. die Bilder) anschließend bearbeiten zu können, sowie diese anschließend zu speichern und wieder abzuspielen, werden wir selbst zu Regisseuren. Dazu können wir Computergrafiken, Texte und auch Bilder (beispielsweise von der Fotodisk) miteinbinden, sowie spezielle Ton-Effekte hinzuspielen. Ein Urlaubsvideo, derart bearbeitet, kann ein Genuß für die Zuschauer sein. Langweilige Diashows können damit der Vergangenheit angehören. Dafür muß man aber auch ein Speichermedium haben, welches die Unmengen von Daten abspeichern kann.

Entsprechend geeignet wäre die Bildplatte, die Bilder im analogen Format aufzeichnet. Jedoch können die abgespeicherten Daten nicht nachträglich mehr geändert werden und damit ist sie nur noch zum Abspielen geeignet. Doch ihre große Aufzeichnungsdauer von zweimal 60 Minuten, was einer Speicherkapazität von 2,6 Gigabyte entspricht, macht sie zu einem interessanten Speichermedium. Die Bildplatte hat bei einem Durchmesser von 30 cm die gleiche Größe wie eine Schallplatte und ist beidseitig abspielbar, die Daten sind dabei auf einer Spirale abgelegt. Mit ihr lassen sich bis zu 110.000 Dias abspeichern oder etwa 1.800.000 Schreibmaschinenseiten Text, das entspricht ungefähr einer Menge von 10.000 Computerdisketten oder 30 Festplatten a 90 Megabyte. Da sieht die CD-ROM geradezu bescheiden aus. Ihre Speicherkapazität liegt bei 650 Megabyte (die ISO-Norm 9660 legt diese Datenkapazität fest, sowie die Anzahl der Spuren und Sektoren), was in etwa 32.000 Schreibmaschinenseiten Text oder einer Stunde Musik in Hifi-Stereoton entsprechen würde. Aber auch von der CD-ROM kann man nach dem Bespielen nur noch die Daten ablesen und nicht mehr verändern. Dafür ist sie in der Größe zur zuvor erwähnten Bildplatte relativ klein.

Um Daten für Multimedia bearbeiten zu können, müssen sie im digitalen Format dem Rechner zugestellt werden. Daher lassen analoge Systeme nur die Wiedergabe zu. Es besteht also nicht die Möglichkeit, Daten im analogen Format zu bearbeiten. Analoge Daten liefern die sogenannten "Hybrid-Systeme", wie beispielsweise die zuvor genannte Bildplatte oder der Videorecorder. Um nun die analogen Daten nutzbar zu machen (so daß sie von uns bearbeitet, also manipuliert, werden können), müssen sie digitalisiert werden.

Auch wenn es technisch kein Problem mehr ist, Audio- und Videosignale ins digitale Format umzuwandeln, so erzeugen sie dennoch ein Problem, die große Datenmengen.

So muß man bei einem Videobild in Fernsehqualität zur Zeit noch mit ca. 720 KByte Speicherbedarf je Bild rechnen. Bei Fernsehbildern in PAL-Format (welches 25 Bilder die Sekunde erzeugt) sind das schon über 17 MByte Speicherplatz, die jede Sekunde nötig sind, um diese Sequenzen aufzeichnen und bearbeiten zu können. Damit man diese Hürde umgehen kann, wurde ein anderes Speichermedium, das DVI- (Digital Video Interactive) System, erfunden (von Intel). Hier werden die Daten vor dem abspeichern in Echtzeit digitalisiert und zugleich komprimiert (im Verhältnis 160:1) und zum abspielen wieder dekomprimiert. So lassen sich auf der DVI-Disk, die das gleiche Format wie die CD-ROM hat, circa 72 Minuten Video und Audio aufzeichnen.

Interessant bei einem Videoaufzeichnungsverfahren ist, sofern MPEG genutzt wird, daß nur die Veränderungen vom ersten zum zweiten Bild erfaßt werden ("Delta Frame Compression") und daß ein Großteil der Farben ausgefiltert werden kann. Der Verlust an Farbe soll jedoch nicht weiter störend sein, da der Mensch nur ein begrenztes Spektrum an Farben erkennt. Jedoch kann der Charakter eines Bildes, der sich auch aus den nicht direkt erkennbaren optischen Details bildet, darunter leiden. Auf mathematischen Wegen werden, bei der Zurückgewinnung der Daten ("Chrominance Subsampling") die Farben wieder dem Bild zugeordnet. Mit diesem Verfahren lassen sich bis zu einer Stunde Videofilm auf eine CD-ROM-Scheibe speichern. Mit dem Video-Display-Prozessor werden die Videobilder wieder dekomprimiert und auf einem dazugehörigen Monitor dargestellt. Ein Wermutstropfen bleibt jedem Video-Fan allerdings bei diesem Verfahren: die Bildqualität bleibt bei dieser Kompressionsmethode nicht gleich. Dafür kann jeder handelsübliche PC mit einem DVI-System aufgerüstet werden und ist damit auch für Netzwerke nutzbar. Mit DVI (Digital Video Interactive) wurde eine neue Video-Grafik-Technologie entwickelt, die als Chip-Satz (Intels i750 Chip) in jedem PC nachrüstbar ist, und deren Aufgabe es ist, die Daten von der CD in den Rechner zu schaufeln, um sie auf einem Monitor darstellen zu können (Stand Mitte 1993).

Eine Voraussetzung, um sich bis zu 72 Minuten Video am Bildschirm anschauen zu können, ist also, wie schon zuvor erwähnt, das Datenkompressionsverfahren. Für die Kompressionsverfahren gibt es bisher zwei hervorragende Standards: MPEG und JPEG; das JPEG- (Joint Photograph Expert Group) Verfahren für Standbilder und das MPEG- (Motion Picture Expert Groups) Verfahren für bewegte Videobilder. Beide Verfahren konkurrieren untereinander, wobei JPEG, aufgrund der angeblich geringeren Rechenleistung, die es benötigt, klare Vorteile gegenüber MPEG haben soll. Hier werden die Bilder einzeln komprimiert. MPEG dagegen berücksichtigt die aufeinanderfolgenden Bilder und nutzt nur die Veränderungen zwischen den einzelnen Bildern zur Speicherung. Zudem erlaubte MPEG anfänglich kein rückwärtsabspielen von Video, was eine Weiterverarbeitung erschwerte. Doch zu unserer Beruhigung (oder Beunruhigung) hat sich hier inzwischen schon wieder vieles geändert und wir dürfen hier mit noch vielen weiteren Änderungen und Verbesserungen rechnen, so daß es noch offen ist, welcher von beiden Standards das Rennen gewinnen wird.

Auch das Rennen um das beste Speichersystem ist noch nicht entschieden, denn es gibt noch weitere Speichersysteme im Bereich der optischen Datenspeicherung, die um die Gunst der Käufer werben. Die OROM (Optical Read Only Memory) -Disk ist beispielsweise eine Disk (im Format 5 1/4 Zoll), welche bis zu 600 Megabyte speichern kann und mittels LASER abgetastet wird. Die Daten werden hier in konzentrischen Spuren angelegt (konzentrisch bedeutet: gleichmäßige Kreise von innen nach außen) und der Datenbenutzer kann direkt die benötigte Spur anwählen, was eine hohe Zugriffsgeschwindigkeit bedeutet. Ähnlich Speicherintensiv ist die WORM- (Write Once Read Memory) Laserbildplatte, die es in verschiedenen Formaten gibt (5 1/4, 8, 12 und 14 Zoll). Hier gehen die Speicherkapazitäten schon in den Gigabereich hinein (wie bei der 14 Zoll WORM mit 6,8 GByte). Geeignet sind solche Speicher vor allem für die Archivierung von Daten und Dokumenten. Ihr Nachteil ist jedoch (wie bei den anderen CD`s auch), daß diese bisher nur einmal bespielt und dann nur noch gelesen werden können. So wird in naher Zukunft die "Erasable-Laser-Optical-Disk" den Markt erobern müssen. Sie wird dann nicht nur wieder löschbar (erasable), sondern anschließend auch wieder beschreibbar (rewritable) sein und uns wohl dann als CD-REM (Compact Disk Read Erasable Memory) angeboten werden. Gemeinsam haben sie jedoch alle, daß sie den LASER "Light amplification by stimulated emission of raditation" (was soviel bedeutet wie: Lichtverstärkung durch Strahlungsemission) als Schreib-/Lesekopf benutzen. Wenn dann der LASER (herkömmliche Geräte benutzen zur Zeit noch den roten Lichtstrahl) mit dem blauen Laserlicht den Markt erobert, dann können auf jeder 650 MByte-CD Daten bis zu 1,2 Gigabyte gespeichert werden - nach jetzigem Standard. Eine High-Density-CD wird diese Datenmenge in den nächsten Jahren weiter erhöhen. Datenkomprimierung und andere Techniken werden immer mehr Daten auf die kleine Polycarbonat-Scheibe pressen.

Die Firma Samsung wagte bereits mit dem grünen LASER den Schritt in die Giga-Byte-Zukunft. Mit der "Green Laser CD" können schon bis zu zwei Stunden Video auf eine einzige CD untergebracht werden. Noch mehr Leistung wird möglich sein, wenn man ein "Vier in Einem" - Lasersystem nutzt (Idee des Autors). Da der Laserstrahl nur eine Spur lesen kann, wäre es bei einer Koppelung von mehreren Lasern möglich, gleichzeitig mehrere Spuren zu lesen, womit der CD-Player in der Lage wäre, größere Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten. So ließe sich für jeden einzelnen LASER eine Spur für Audio anlegen, eine für Video, eine für Grafik und eine für Text - auf der CD. Statt diese nacheinander einzulesen, könnten also alle vier Spuren gleichzeitig von dem "Vier in Einem" - System gelesen werden. Aber dies ist noch Zukunftsmusik und es ist überhaupt noch gar nicht sicher, ob die CD-Playerersteller ein solches System entwickeln werden (Bisher ist es nur die Version des Autors von einem komfortablen und intensiv datenverarbeitenden CD-Systems.).
Um nun eine CD nutzen zu können, gehört zum MPC ein CD-ROM Laufwerk. Dieser hat sehr viel Ähnlichkeit mit einem handelsüblichen CD-Audio-Player. Es lassen sich deshalb auf ihm auch Musik-CD`s abspielen.

Mit 3-DO hat bereits Panasonic einen interaktiven Multimediaplayer entwickelt, welcher Musik, Bild und Spiel in einem Gerät vereinigt, wobei in diesem Gerät ein CD-ROM/XA Laufwerk integriert ist, mit der sich auch Photo-CD`s abspielen lassen können oder CD-V (V steht hier für Video). Inzwischen wird aber auch schon an einem Omni-Drive-Player gearbeitet, der außer der herkömmlichen CD auch andere Platten wie die WORM, OROM oder die ODDD (12 Zoll Optical Data Disc) benutzen kann. Es gibt aber auch Abspielstationen, die vollkommen unabhängig von Computern betrieben werden können. Diese Geräte, als CD-I (Compact Disc Interactive) bezeichnet, können an alle handelsüblichen Fernsehgeräte angeschlossen werden und sind hauptsächlich zum Abspielen von interaktiven Spielversionen gedacht. In diesem Markt der interaktiven CD-Spiele sind vor allem SEGA mit ihrer Videospielkonsole "Mega Drive" und Nitendo mit ihrem "Super NES" - System vertreten. Der Konkurrenzkampf unter den Spiele- und Abspielgeräte-Herstellern ist groß. Nicht jedes Gerät hat eine Überlebenschance. So mußte die Computerfirma Commodore ihr CDTV- (Commodore Dynamic Total Vision) System, welches für die Unterhaltungsbranche gedacht war, vom Markt nehmen. Es hat sich nicht durchsetzen können. Die letzten CDTV-Player wurden 1993 auf der CeBIT in Hannover (größte Computermesse in Europa) verkauft. Dafür haben sie jetzt mit dem Amiga CD32-System eine neue Spiele- und Multimedia-Konsole auf den Markt gebracht - in 32Bit-Technik.

Auf der Hannover-Messe 1993 wurde auch ein neues Gerät vorgestellt, das uns ein neues Vergnügen verspricht - der Datenhandschuh.

Dieses Gerät, welches zu diesem Zeitpunkt noch am Anfang der Entwicklungsphase stand, erzeugt einen als "virtuelle Realität" genannten simulierten Raum, durch den man sich bewegen kann. Zu dem Datenhandschuh gehört eine Monitorbrille, die uns diesen Raum optisch vermittelt, welche zusammen mit dem Datenhandschuh an einem leistungsfähigen Rechner angeschlossen ist. Dieser überträgt an die Monitorbrille Video- und Audioinformationen. Die eigenen Bewegungen werden über den Datenhandschuh in den Rechner eingespeist und von ihm in die virtuelle Realität übertragen, d. h. in den simulierten Raum eingespielt.

Wurden hier zuerst bei der als Cyberspace bezeichneten Technik (Cyberspace bedeutet kybernetischer Raum) vor allem noch kommerzielle Gesichtspunkte für die Luft- und Raumfahrtindustrie anvisiert, so werden in naher Zukunft doch auch verstärkt Impulse an die Spiele-Industrie abgegeben werden. Hier gibt es von der Firma Sega bereits eine Small-Version von Cyberspace. Weitere Geräte (von anderen Herstellern) sind in den nächsten Jahren durchaus denkbar, vielleicht schon in mannigfaltiger Ausführung zum jetzigen Zeitpunkt auf dem Markt. Dann können wir Zuhause in eigenen virtuellen Welten (die uns vom MPC-Rechner simuliert werden) einsteigen, um uns dort bewegen zu können. Dann bewegen wir uns je nach Spieleversion durch das Weltall, auf der Oberfläche eines anderen Planeten, beispielsweise auf dem Mars oder in die Tiefen des Meeres unserer Erde (umgeben von Fischen und Meerespflanzen) oder wir tanzen ganz einfach mit zum Samba beim Karneval in Rio de Janeiro. Aber nicht nur als Gag oder für Spiele werden im Amateurbereich die Einsatzmöglichkeiten von Cyberspace liegen, im Bereich Forschung, Schule und Beruf lassen sich bestimmt viele weitere Möglichkeiten realisieren in irgendwelchen Welten und Umgebungen zu wandeln. Eine Mischung aus virtueller und realer Welt ist dabei ebenso möglich, wie eine Mischung aus realer und virtueller Welt. Das heißt, virtuelle Objekte können in einer realen Umgebung verwirklicht werden oder ebenso reale Objekte in einer virtuellen Welt.

Die Spiele, wie sie beispielsweise Nitendo oder Sega auf ihren Playern anbieten, könnten vielleicht schon in naher Zukunft Grundlage für viele Spiele in Cyberspace sein. Dann könnten wir nicht nur wie bisher interaktiv am Joystick Ganoven jagen, sondern uns in dieses Spielgeschehen selbst direkt miteinbringen. So werden wir dann in der virtuellen Realität selbst Jäger oder (je nach Spielversion) selbst Gejagte sein. Zu befürchten ist aber, daß man sich zu oft in den virtuellen Räumen begibt, um der wahren Realität, die oftmals nicht so schön und zudem voller Probleme ist, zu entfliehen. Doch während andere sich in Alkohol und Drogen flüchten, um ihren Alltag zu vergessen, wird Cyberspace eine ungefährliche Variante einer Sucht sein - wenn sie denn eine Sucht werden könnte.

Wenn wir eines Tages mittels Cyberspace uns illusorisch nach Paris (vielleicht zu einer Striptease-Show ins Moulin Rouge) begeben können oder es uns möglich wird einen Spaziergang durch ein Kornfeld zu unternehmen oder eine Wattwanderung am Nordseestrand (etc.), kann dies nach einem harten Arbeitstag ein erholsames Vergnügen sein. Eine Reise, die Zuhause geschieht und die dabei keinerlei Reisekosten verursacht. Ein Freizeitvergnügen also, das uns vielleicht eines Tages der Arzt empfehlen wird (Ob es dann möglich sein wird, Cyberspace auch auf Rezept zu bekommen?).

"Erholsame Ruhe mit dem Duft von Freiheit und Abenteuer in urwüchsiger Natur!"

So könnte eines Tages die Reklame für Cyberspace lauten. Eine Reklame für eine Natur, die wir dann vielleicht schon nicht mehr haben. Denn wenn die Umwelt in dem heutigen Tempo weiterhin zerstört wird, und das dies so ist, weiß schon heute jeder kleine Schuljunge, wird Cyberspace für zukünftige Generationen vielleicht die einzige Möglichkeit sein, Natur noch richtig "live" zu erleben. Aber so weit muß es erst gar nicht kommen, um Cyberspace zu einem begehrten Artikel zu machen, viele andere Gründe reichen aus, um dieses System zu einem großen Erfolg werden zu lassen. Es ist daher auch nicht überheblich zu sagen, daß Cyberspace eine goldene Zukunft bevorsteht. Vor allem im Bereich Erotik und virtuellen Sex (wo zwei Paare miteinander agieren, welche sich an entfernten Orten befinden und nur durch den angeschlossenen Rechner mit ihren Zusatzgeräten verbunden sind und auch nur von dort einen Input/Output erfahren) sagt man ein jährliches Milliarden-Dollar Geschäft voraus. Allein schon deshalb, weil hier sexuelle Träume ohne Tabus ausgelebt werden können. Hier kann, um nur ein Beispiel zu nennen, Sex in freier Natur (also simulierte Natur in einem Cyberspaceraum) verwirklicht werden, was, wenn es außerhalb des Cyberspaceraumes stattfinden würde, in keinem Land der Erde erlaubt sein dürfte. Es muß aber nicht nur unerlaubtes sein, was einen Menschen an Cyberspace-Sex reizen wird, vielleicht wird es auch nur die anfängliche Neugierde sein, um ein solches Medium einmal zur sexuellen Befriedigung ausprobieren zu wollen.

Egal welche erotischen Träume einen Menschen nun auch plagen, im Cyberspace-Land kann er sie vorbehaltlos ausleben. Hier fällt die aus Scham, Ekel und falsch verstandene Moralität bestehende Schranke einer alten verrottenden Industriegesellschaft, welche generationenlang den primitiven Urtrieb der Fortpflanzung unterdrückte, ihm die Freiheit des Spontanen nahm und ihn in einen Mantel des Schweigens einhüllte, bis aus den Genitalien ein verstümmeltes Werkzeug wurde, welches sich allmählich immer mehr von Kopf, Seele und Leib zu trennen wußte und dieses Ding letztendlich an Impotenz starb. Und diese prüde Gesellschaft ist es, welche die ihr anlastende Triebhaftigkeit nun in einem leidenschaftslosen Techno-Wahn verfallen ließ, um jetzt, nach langer Enthaltsamkeit und den daraus entstandenen Verlust an Phantasie, wieder Einlaß in ein Reich voller Wollust und urtümlicher Erotik zu bekommen. - Es ist der Einlaß ins erotische Techno-Paradies!

Doch Techno-Sex mit dem Sexcomputer ist ein Irrweg. Es ist nur der übriggebliebene Lustweg einer verkorksten und schamhaften Gesellschaft. Einen echten Ersatz zur Befriedigung kann Cyberspace-Sex nicht bieten, weil auch hier alles nur im Kopf stattfindet - und zwar hauptsächlich nur im Kopf. Und der Leib wird seinen Tribut verlangen (denn auch er will befriedigt sein!), doch Techno-Sex bietet keinen echten körperlichen Kontakt und erst recht keine geistige und seelische Befriedigung.

Der Erfindungsreichtum der Menschen weiß sich sicher auch im Bereich des Körperkontaktes zu helfen. Gibt es doch jetzt schon die ersten Zusatzmittel, die helfen den Triebdruck durch saugende, drückende und tastende Geräte zu beeinflussen. Auch wenn diese Zusatzgeräte noch aussehen als würden sie aus einer Folterkammer kommen und der Phantasie eines Folterknechtes entspringen, so werden sie in absehbarer Zukunft einem menschlichen Körper immer mehr ähneln. Das Zeitalter lebloser Gummipuppen ist damit vorbei. Der Mann bekommt seine "Traumfrau" und die Frau bekommt ihren "Traummann"; angeboten werden sie in einem Katalog, Bestellung über ISDN ist möglich.

Ganz nach dem persönlichen Geschmack wird man sich dann den Sexroboter zusammenstellen können. Der Slogan wird dann sein: "Ob groß, ob klein, ob blond, ob braun, wir haben für sie die richtigen Frau`n!". Und diese sind immer zur Liebe bereit. Nach Cyberspace-Sex kommt also der Sexroboter zu uns in die gute Stube, optisch in vollkommener und ästhetischer Nachahmung des Menschen - dazu willig, gehorchend und abschaltbar. Und wer es sich leisten kann, schafft sich gleich mehrere davon an.

Eine materialistische Gesellschaft die in der Wertsteigerung von toten Gegenstände zunehmend ihre Orientierung findet und in zwischenmenschlichen Beziehungen nicht mehr aus dem Leistungswahn, welche eine materialistische Gesellschaft prägt, ausbrechen kann, muß zwangsläufig desillusioniert in ein Heer von Einsiedlern verfallen, die ihre Träume nur noch in einer unwirklichen Cyberspacewelt auszuleben wissen. Denn moderne Technologie soll dem Menschen das wiedergeben, was die "Technologiesierung der Menschheit" dem Menschen gekostet hat - Sex! Ursprünglicher und urnatürlicher, von wilden Phantasien begleitenden, frei und hemmungslos ausgetobten - Sex! Wenn auch eines Tages die Sexroboter so perfekt werden, daß sie auch dieses alles vermögen, eines werden sie jedoch nicht können - Leben gebären. Eine Sexmaschine gebärt keine Kinder! .... Jedenfalls noch nicht.

Bis zur Vermarktung erotischer Spiele und Sex-Welten im Cyberspace, haben wir vorher noch genügend Zeit unseren eigenen und vielleicht cyberspace- (und sex-) losen MPC (falls wir einen solchen besitzen) ausgiebig als Freizeitgerät zu nutzen. Oder ihn für Schule und Beruf uns nutzbar zu machen (dazu aber mehr auf Seite 81 im letzten Kapitel satellitengestützter Fernunterricht). Wer aber so lange nicht warten kann, sollte nach Berlin fahren. Dort wird in einer Spielhalle am Bahnhof Zoo die erste Spielhallen-Ausführung von der Firma "Fun & Classics" (aus Kaiserslautern) zum mitspielen angeboten. Mit 10,- DM (Stand Mitte 1993) sind Sie bei einem "Dactyl Nightmare"-Spiel dabei.

Mit Multimedia aus der Passivität befreit (als Benutzer eines Personalcomputers oder eines Interactiv-Players), können Sie nun interaktiv mittels spezieller Programme diese dazu nutzen, Medien in jeder beliebigen Umgebung zu integrieren. Es lassen sich Grafiken, Bilder, Texte und Tabellen ebenso miteinander verbinden, wie auch Bilder von Videos oder Disk-Fotos. Auch die Sprache, die Musik und weitere Klänge lassen sich hier in das gewünschte "Medienspektakel" miteinbinden. Hier wird das Medium PC als Multimedia-PC im Ergebnis ein Vermittler zwischen wenigstens einem Element (MPC) und mindestens einer Person sein, die miteinander zu kommunizieren trachten. Aber auch wenn die Aktion nur einseitig vom Element MPC ausgeht, so muß der Empfänger der Information (die Person) äußerlich nicht unbedingt auf diese Information (bzw. den Informationsfluß) reagieren. Auch eine äußerliche Nichtreaktion ist eine Reaktion. Also wer auf etwas nicht reagiert, reagiert mit Reaktionslosigkeit. Für die Werbung ist dies ein wichtiger Punkt zur Überprüfung und Planung von Werbestrategien.

Um das Verhalten der Menschen studieren zu können, werden deshalb auch immer mehr Terminals als Verkaufsstände, Wegweiser oder Ratgeber eingesetzt. Diese POS- (Point of Sale) oder POI- (Point of Information) Terminals haben die Möglichkeit, die Reaktion des Benutzers (oder seine Nichtreaktion), also die Abfolge seiner Eingaben oder auch seiner Nichteingaben, zu speichern, um sie später auszuwerten. "Reale Tips per Fingerklicks" könnte man diese Informationen beispielsweise nennen, die für eine Nutzungsanalyse wertvolle Angaben liefert.

Kann das Kundenverhalten eindeutig studiert werden, so können die folgenden Werbeaktionen direkt auf dem Kaufverhalten dieser Käuferschicht zugeschnitten werden. Der Kunde selbst, der auf diese Art und Weise zuvor "durchleuchtet" wurde (ohne davon etwas zu bemerken), ließ sich so einem bestimmten Kundenkreis zurechnen. Somit könnte man auch die Personenstärke dieses Kundenkreises (also die Anzahl der Personen, die ähnlich reagierten) genau abschätzen.

POI-Terminals für die Touristenbranche werden bald an allen größeren Bahnhöfen und Flugplätzen stehen und den schlafplatzsuchenden Reisenden einen neuen Service anbieten. Diese Terminals geben genaue Auskunft darüber, welche Hotels über welche freie Betten verfügen. Dieser 24-Std.-Service (mit seinem umfassenden Hotelangebot) gibt Auskunft über die Lage der jeweiligen Hotels, die Preisklassen der Zimmer und die Anzahl der Betten pro Hotel und Zimmer. Zu jedem Hotel gibt es dazu noch ein passendes Bild am Point-of-Information-Monitor zu betrachten, wobei ein Begleittext weitere wichtige Daten vermittelt. Wenn eine Buchung stattfinden soll, kann direkt über das POI-Terminal gebucht werden. Die Rezeption wird dabei sofort über das Ankommen des neuen Gastes informiert. Um diesen Service gewährleisten zu können, müssen alle Hotels über einen speziellen Rechner mit dem POI-Terminal verbunden sein. Die Aktualität ist damit nur so lange gewährleistet, wie die einzelnen Hotels ihre hausinternen Informationen direkt an den Rechner weitergeben. Für den Touristen bedeutet dieser Service, daß er gleich nach Ankunft am Bahnhof (oder am Flughafen) ein geeignetes Hotel buchen kann und somit für ihn zeit- und nervenraubendes Suchen entfällt.

Ganz ähnlichen Nutzen haben die POS-Terminals. Ein POS-Terminal, im Kaufhaus aufgestellt, ist für die Kunden gedacht, die eine Hemmschwelle haben, sich direkt mit einem Verkäufer auseinandersetzen zu müssen bzw. sich von ihm persönlich beraten zu lassen, weil sie vielleicht noch nicht genau wissen, welche Ware für sie überhaupt in Frage kommen wird.

Ohne nun eine feste Vorstellung zu haben, was nun das gewünschte Produkt sein wird, das sie kaufen wollen, können sie nun ungestört sich alle Waren am POS-Terminal anschauen und sich mittels dieses Systems über alle vorhandenen Produkte informieren.

Die Motivation des Kunden, einen Kauf zu tätigen, ist (wenn er sein Produkt gefunden hat) sehr hoch, da er selbst aktiv und vollkommen alleine (durch die vorhergehende Interaktion am POS-Terminal) bestimmt hat, welche Ware für ihn ansprechend ist. Bei Kaufabschluß ist der Käufer deshalb auch zufriedener, da er nicht das Gefühl hat, die Ware wurde ihm von einem Verkäufer aufgedrängt. Die Folge für das Geschäft könnte die "Wiederholungstat" sein, denn ein zufriedener Kunde kommt in der Regel immer wieder in das Geschäft zurück.

Das Geschäft, der Terminal, die angebotenen Waren und die Zufriedenheit beim Kaufabschluß prägen sich beim Kunden fest ein. Die Merkfähigkeit beim Menschen ist nämlich dann besonders hoch, wenn er nicht nur hört und sieht, sondern auch selbst aktiv mitmachen kann. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen wird es uns nicht wundern müssen, wenn wir immer öfters auf POS- oder POI-Terminals stoßen werden. Ob nun in der Bank, im Kaufhaus, am Bahnhof oder in Musikgeschäften. Überall dort, wo es gilt zu informieren oder zu verkaufen, werden diese Sales- and Information-Systeme eingesetzt werden.

Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: seit Mitte 1993 wird an einem System gearbeitet, wo der Kunde aus einer Vielzahl von Titeln (aus dem Musiksektor) auswählen kann, um diese dann auf eine leere CD zu bespielen. Der Kunde zahlt für die leere CD und jeweils für die von ihm ausgesuchten Titel einen bestimmten Betrag. Der Kunde nimmt auf seiner CD also nur die Musiktitel mit, die er auch wirklich haben will. Er muß also nicht (wie bisher) die Musikstücke mitkaufen, die er nicht hören will. Für den Musikmarkt bedeuten diese Bespielstationen, die in Kaufhäusern und Musikgeschäften stehen werden, eine kleine Revolution. Aber eine Revolution an der Multimedia beteiligt ist, so unbedeutend sie auch sein mag.

An diesem Beispiel können wir erkennen, wie Multimedia angenehm und langsam in unsere Welt einfließt und zu einem Bestandteil von ihr wird.

Für die Geschäftsleute bedeutet es zudem, daß der Markt für Multimedia (im Hard- und Softwarebereich) und für angrenzende Bereiche (Schulung, Spiele/ Unterhaltung) ein Geschäft mit Wachstumsaussicht bedeutet (welches schon jetzt im "Milliarden-Dollar-Bereich" liegt). Der Schwerpunkt dieses Marktes läßt sich dabei klar im Freizeitsektor erkennen.

Im Bereich Multimedia sind die Karten zwar schon gemischt, aber da Multimedia noch ein recht junger Markt ist, sind noch nicht alle Karten verteilt. Newcomer haben durchaus reelle Chancen, sich hier eine Scheibe von diesem Markt abzuschneiden, sich zu etablieren und mit einem zukunftsträchtigen Geschäft eine sichere Existenz sich aufzubauen.
Der Markt selbst gliedert sich auf in Hard- und Softwareerstellung (dabei ist hier auch der Schulungsbereich mitangegliedert). Diese fließen in Produkte und Dienstleistungen ein, wobei ein Produkt (z. B. ein POS- bzw. POI-Terminal) durchaus auch eine Dienstleistung darstellen kann. Es kommt die Archivierung von Daten hinzu sowie die Anfertigung von Grafiken (bzw. die Erstellung von Design).

Als der nächst größere Markt ist hier die Werbung zu benennen. Anschließend kommt die Kommunikation und die Schulung hinzu und zuletzt, mit seinem größten Marktanteil, die Unterhaltung. Der Markt ist also weit gefächert und wird zukünftig immer mehr Menschen eine Arbeitsmöglichkeit bieten. Es ist also durchaus möglich, daß eine Person, die heute noch Multimedia für unnötig oder gar für gänzlich überflüssig hält, morgen schon damit ihren Lebensunterhalt verdienen wird.

Ein weiteres neues Gerät, welches den Multimedia-Markt bereichert (wie schon auf Seite 29 kurz angesprochen), ist der CD-I- (Compact Disk Interactive) Player. Dieser Player, den es bereits auch im Walkman-Format gibt, kann nicht nur Musik-CD`s abspielen, er kann auch an einem Fernsehbildschirm angeschlossen werden (über RS232-Schnittstelle oder über dem PAL und dem NTSC-Videoausgang) und Stand- sowie bewegte Bilder (bis zu 32768 Farben) zeigen. Damit ist er für Videospiele geeignet.

Langfristig gesehen soll CD-I Konkurrenz zur Videokassette sein.

Angestrebt wird auf CD-I die S-VHS-Qualtät mit bis zu 72 Minuten Full Motion Video (FMV). Die Firma Sony ist schon lange dabei Filmstudios und Filmrechte in aller Welt aufzukaufen, um zusätzlich zu den Spielen auch eine Vielzahl von Filmen auf CD-I anbieten zu können. S-VHS besitzt eine erhöhte Bildqualität, da sie die Helligkeit (Luminanz) von den Farbsignalen (Chroma) getrennt verarbeitet, womit sich eine höhere Videobandbreite erreichen läßt.

Wenn zukünftig CD-I-Player im Haushalt so selbstverständlich geworden sind, wie heute die Videorecorder, dann werden wir beispielsweise unseren "Quelle"-Katalog nicht mehr als dicken Wälzer im Bücherregal stehen haben, sondern, ganz papier- und platzsparend, die angebotenen Informationen auf CD finden - für den CD-I-Player. Auch das übliche Kochbuch für die Hausfrau (oder den Hausmann) wird sich unter den CD-I Titeln befinden oder die monatlich erscheinende CHIP-Zeitung für den Computeranwender wird eine Selbstverständlichkeit sein. Dann gibt es sicher außer dem Englisch-Sprachkursus "English First Steps Towards Learning" noch weitere Sprachkurse (auch in anderen Sprachen), beispielsweise für den zukünftigen Dolmetscher oder für die kommende Fremdsprachenkorrespondentin. Und nicht nur für sie, nein, für alle interessanten Themengebiete wird es bald Compact-Disk geben, sei es eine für den Segler, eine für den Fußballspieler, eine für den Leichtathlet oder eine für den Piloten. Für jedes Themengebiet und für jeden Beruf wird eine Auswahl vorhanden sein.

Es wird damit in den nächsten Jahren eine Compact-Disk-Welle über das Land rollen, die nahezu jeden Haushalt erreichen wird.

Um auch die Vielzahl an Titeln gewährleisten zu können, wird hier ein neuer Beruf entstehen, der Beruf des CD-I-Produzenten. Diese werden für spezielle CD-I-Verlage arbeiten, welche sich auf das Vertreiben und Publizieren von Enzyklopädien, Katalogen, Bildbänden, Dokumentationen, Spielen, Lernprogrammen und auf die Werbung für die CD-I-Träger spezialisieren. Durch die zu erwartende Titelflut, wird der CD-I-Player erst interessant. Ansonsten wäre er, wie ehemals das Videosystem "Beta Max" von Sony, zum Scheitern verurteilt. Das Videosystem "Beta Max" konnte sich deswegen nicht durchsetzen, weil dem Kunden nicht genügend Spielfilme angeboten werden konnten.

Wenig Probleme, ihre Produkte an den Mann, bzw. an die Frau, zu bringen, hat die Firma Kodak. Auch ihre neueste Errungenschaft, die Photo-CD, wurde zu einem Renner.

Mit der Photo-CD hat die Firma Kodak (im Jahr 1992) ihre Produktpallete erweitert.

Es lassen sich von Kleinbild-Negativen und von Dias (in hochauflösender Qualität) Fotos auf CD speichern und diese beispielsweise über einen Kodak-Photo kompatiblen CD-Player auf Bildschirm übertragen, wobei der Player-Operator die Reihenfolge der zu erscheinenden Bilder selbst bestimmen kann. Es läßt sich auch die Bildgröße variieren oder Ausschnitte vergrößern. Außerdem kann man mit der Kodak Digital Camera System (KDCS) Farbbilder (oder s/w Bilder) in hoher Auflösung fotografieren und direkt digital speichern. Dies hat den Vorteil, daß geknipste Bilder nicht erst auf ein Fotopapier gebracht werden müssen, um diese einzuscannen (für eine weitere Bearbeitung), sondern sie können gleich auf den Bildschirm betrachtet werden, wo man dann Änderungen vornehmen kann. Auch Canon bietet mit ihrer Still-Video-Camera ein System an, das elektronische Einzelbilder in Super-VHS-Qualität erstellt. Weiterhin bietet die Firma Logitech eine spezielle Fotokamera an (FotoMan), die die Fotos ebenfalls gleich digitalisiert speichern kann. Mit dem dazugehörenden Grafikprogramm "Foto-Touch" werden die Daten ins gewünschte Grafikformat konvertiert, um sie anschließend weiter bearbeiten zu können. Mit einem guten Thermosublimationsdrucker lassen sich die Fotos in bestechend schöner Farbqualität ausdrucken. Doch muß man hierzu sagen, daß geeignete Foto-Farbdrucker noch sehr teuer sind. Für den Otto-Normalverbraucher sind diese meist unerschwinglich. Dies ist ein Hemmschuh für den jetzigen Photo-CD-Boom. Druckerhersteller sind daher eindeutig vom Marktgeschehen gefordert, nun endlich auch für den zahlungsschwächeren Kunden, geeignete preiswerte Farbdrucker anzubieten.

Die maximale Bildauflösung von 2048 mal 3072 Pixel (das entspricht ca. 18 MByte) ist bei der Photo-CD bis zu viermal höher, als das hochauflösende HDTV- (High Definition Television) Fernsehen wiedergeben kann. Mit einem CD-ROM-XA Laufwerk (welches Daten für mehrere PC-Betriebssysteme weitergeben kann) lassen sich Fotos auch am PC bearbeiten und mit Text, Grafik und Ton versehen. Auf einer Photo-CD lassen sich derzeit bis zu 100 Farbbilder speichern. Die Fotos, die auf dem handelsüblichen Kleinbildfilmen fotografiert wurden, werden im Fotolabor eines Fotofachgeschäftes von einem hochauflösenden Scanner abgetastet, dabei können bis zu 16,7 Millionen Farben gescannt werden. Das entspricht einer digitalen Auflösung von acht BIT pro Farbton (es werden Rot, Grün und Blau miteinander gemischt). Bei 256 möglichen Helligkeitsstufen ergeben sich daraus Bilder von 256 roten Farben x 256 grünen Farben x 256 blauen Farben, das macht zusammen etwa 16,7 Millionen gesamtmögliche Farben aus, die gleichzeitig pro Bild gespeichert werden können.

Während derzeit noch das HDTV-Fernsehen als die Fernsehzukunft beschrieben wird, wird dieses System in Wirklichkeit wohl schon tot sein, bevor es durchgreifend auf dem Markt erscheint und damit in der überwiegenden Anzahl der Haushalte zum Einsatz kommen kann. Zu dieser Entwicklung wird es dann kommen, wenn es vorher die neue Fernsehergeneration geben sollte (3D-LASER-Fernseher). Diese neue Fernsehergeneration wird sich sicher schneller durchsetzen, als es den HDTV-Entwicklern recht sein kann. Denn diese neue Fernseher-Generation bedeutet: fernsehen mit dreidimensionalen Bildern!

Mit Echtzeit-Holografie lassen sich bewegte Bilder frei schwebend im Raum projizieren. Mit den neuen Lasern, die die Farbe rot, grün und blau abstrahlen, lassen sich gestochen scharfe farbige Bilder erstellen. Das Fernsehsignal wird von einem Computer übernommen und an eine Spiegeleinheit (LASER-System mit Drehmotoren) übergeben. Die Fernseher von morgen werden daher auch nicht mehr die übliche platzwegnehmende Kastenform besitzen, bewegbare Spiegel und Laserdioden an der Decke strahlen dann computergesteuert das Fernsehbild mitten in den Raum hinein. Diese, vor wenigen Jahren noch visionäre Vorstellung, wird schon bald Wirklichkeit werden können. Dann beginnt eine neue Ära "des Fernsehens".

Vorher aber werden wir noch vielen anderen neuen Produkten begegnen, die mit in den Fernseher integriert werden sollen, welche derzeit in den Labors der großen Kommunikations-Firmen entwickelt werden.

Mit der 8 cm Single-CD für den Data-Diskman erweiterte beispielsweise Sony seine Produktpalette.

Diese Walkman-Datenstation (mit ihrem integrierten Flachbildschirm) ist aufgrund der Portabilität hervorragend geeignet, ihn auf Reisen mitzunehmen. Es kann damit dem Handelsvertreter ein unentbehrliches Hilfsmittel sein, seine Daten ortsunabhängig verwalten zu können - mittels HD (Festplatte) oder Disketten.

Obwohl die speicherschwachen Disketten schon jetzt zu den Sauriern des EDV-Zeitalters gehören, brachte Sony auch noch mit dem Mini-Disk-Walkman eine neue tragbare Musikstation auf den Markt. Statt Kassetten oder CD`s werden hier als Datenträger für die Musik ausschließlich Disketten benutzt. Diese Disketten, in einem besonders kleinen Format hergestellt, können beliebig oft neu bespielt werden, ohne angeblich dabei ein Verlust an Qualität hinnehmen zu müssen. Da Sony unbedingt an den Disketten festhalten will, hat die Firma Sony Corperation, Tokio, nun mit der Mini-Disc (wie schon auf Seite 10 erwähnt) eine speicherstärkere Diskette auf den Markt gebracht, die bis zu 140 MByte Daten speichern kann, womit es möglich ist fast 2.000 Farbbilder auf dieser MD Data-Disc zu speichern. Da aber bald nur noch Gigabyte-Speichersysteme gefragt sein werden, ist es fraglich, ob diese Disketten dauerhaft den Markt erobern werden.

Außer einem für Multimedia geeigneten Speichersystem ist der Monitor ein weiteres wichtiges Kriterium für einen guten MPC.

Hierbei kommt es vor allem auf die Bildabtastrate an, die besagt, wie oft ein Bild in der Sekunde neu aufgebaut wird. Je öfter ein Bild in der Sekunde aufgebaut wird, um so weniger wird man ein Flackern feststellen. Die Bildabtastrate ist durch das Consultative Committee for International Radio (CCIR) genormt worden. Beim PAL- und NTSC-System (Phase Alternating Line + National Television System Committee) werden die Farbsignale ununterbrochen gesendet, wobei beim SECAM- (Sequentiel Couleur a memoire) System die Signale sequentiell, das heißt: abwechselnd, gesendet werden. Daher muß sich ein Standardbild (bei PAL) in einer Sekunde mindestens 25 mal aufbauen. Bei 625 Bildzeilen beispielsweise werden daraus ganze 5625 Zeilen pro Sekunde, die der Elektrodenstrahl schreiben muß, um ein komplettes Bild eine Sekunde lang darzustellen. Der Zeitintervall für eine einzige Zeile wird dabei in Microsekunden gerechnet (64 Microsekunden je Zeile). Um nun das durch die Bildwechsel auftretende Flackern zu reduzieren, kann man im Zwischenzeilenverfahren die Bildwiederholrate erhöhen. Bei diesem Verfahren werden 50 Halbbilder a 312,5 Zeilen aufgebaut, wobei zuerst die ungradzahligen Zeilen abgetastet werden und danach die geradzahligen. Aus der geometrischen Auflösung von 640 Zeilen und 512 Linien, läßt sich der nötige Speicherbedarf für ein einzelnes Bild berechnen. So braucht beispielsweise ein Vollbild 480 KB unter PAL im "YUV"-Format. Dieses Format teilt das Videosignal in Helligkeit und Farbdifferenz auf. Die Y-, U- und V-Werte stehen für die Signale, die die Bilddarstellung erzeugen. Dabei ist Y das Luminanzsignal und betrifft die Helligkeit, U und V sind als Chrominanzsignale für die Farbdifferenz zuständig. Die Berechnung nimmt man folgendermaßen vor: Die U- und V-Werte der Chrominanz, die je ein Viertel des Y-Wertes ausmachen, addieren sich zusammen mit dem Y-Wert der Luminanz zu insgesamt 480 KB je Bild. Das heißt: 640 Zeilen x 512 Linien = 327680 Pixel pro Bild an Luminanz plus 81920 Pixel pro Bild an Chrominanz-U (U = ¼ Y) + 81920 Pixel pro Bild an Chrominanz-V (V = ¼ Y) = 491520 Pixel pro Bild gesamt (dividiert durch 1024 Byte) = 480 Kilobyte.

Um einen MPC vernünftig nutzen zu können, braucht man auch die entsprechende Software.

Die entsprechende Software um Animationen und Präsentationen erstellen zu können, sind Autorensysteme. Als Autorensystem bezeichnet man diejenige Software, mit der man mittels multimedialer Komponenten interaktive Lernprogramme, Animationen und Präsentationen erstellen kann. Zur Vereinfachung der Programmierung werden durch Symbole Funktionen aktiviert, die automatisch Programmcodes erstellen. Damit können auch Programmier-Laien interaktive Lernprogramme oder Präsentationen erstellen.

Zu den derzeit prädestinierten Multimediaprogrammen gehört Hyperguide für Windows, welches es uns erlaubt aus allen Ebenen zurück ins Menue oder in eine andere Ebene zu greifen. Diese Datenbank mit ihrem voll durchstrukturierten Hypertextfunktionen bietet eine unproblematische Stichwortsuche an, die es dem Anwender ermöglicht (wie bei einem guten Lexikon) schnell und sicher in andere Themengebiete zu gelangen. Damit alleine aber wäre Hyperguide noch keine Multimedia-Software, wenn es ihr nicht möglich wäre, uns noch zusätzlich zu den einzelnen Themengebieten Grafiken zeigen zu lassen sowie den Ton zu hören. Auch bietet es Animationen zur Anschauung.

Inzwischen ist es auch möglich per Spracheingabe seinen Rechner zu steuern.

Diese Spracherkennungssysteme verfügen über einen begrenzten Wortschatz (den man jedoch selbst weiter vergrößern kann), mit dem man die wichtigsten Computerbefehle ausführt. Dieses als "Voice Navigator" bezeichnete Eingabesystem ist für diejenigen gedacht, die ihre Hände weder für die Maus noch für die Tastatur nutzen können. Das macht den Navigator zum behindertengerechten System. Aber auch diejenigen, die mit ihren Händen "nur" andere (handwerkliche) Arbeiten ausführen müssen, ist der "Voice Navigator" nützlich (beispielsweise um Bilder und Informationen zur Qualitätskontrolle abzurufen). Wer also aufgrund handwerklicher Arbeit verschmutzte Hände hat und keine Tastatur bedienen kann, kann seine Texte über das Mikrofon einsprechen. Dies spart zudem Zeit und man kann so effektiv seine eigene Produktivität erhöhen. Das Mikrofon ist an einem Kopfset angesteckt, mit dem man als Erweiterung auch Kopfhörer anschließen kann. Einem Arzt, der beide seiner Hände nutzbringend einsetzen muß, ist es so möglich einen PC zu nutzen, ohne dabei die Hände von seinem Patienten nehmen zu müssen.

In der Medizin hat schon seit geraumer Zeit Multimedia für kommerzielle Anwendungen Fuß fassen können.

So werden Patientendaten, Kardiogramme, Röntgenbilder und Diagnosen auf MPC erfaßt und archiviert. Durch Konferenzschaltungen werden Ärzte miteinander verbunden, die in verschiedenen Krankenhäusern arbeiten, damit sie per Ferndiagnose Therapien erarbeiten können. Mittels Bildkonferenz wird dabei der behandelnde Arzt (beispielsweise bei einer Operation) von seinen Kollegen fachlich unterstützt, welche sich oftmals an weit entfernten Orten in ihren eigenen Praxen befinden.

Wenngleich auch erst wenige Krankenhäuser hiervon Gebrauch machen, so läßt sich doch bereits jetzt schon sagen, daß die Tele-Medizin auf dem Vormarsch ist - zum Vorteil des Patienten!

Auf CD kann der Arzt bereits heute medizinisches Wissen abfragen. Aber auch der Medizinstudent kann am MPC-Monitor schon Einblick in die inneren Strukturen des Menschen erhalten. Mit dem unter Hypercard entwickelten Lernprogramm "Electric Cadaver" lassen sich verschiedene Teilansichten des Körpers darstellen, durch zoomen detailgenau Organe betrachten und durch Rotation lassen sich auch Seiten- und Rückansichten für eine optimale Betrachtung einstellen. Die Nutzung in der Medizin, so möchte ich hierzu noch abschließend sagen, gehört zu den schönsten und positivsten Seiten von Multimedia-Systemen.

Jedoch zeigt die Zukunft uns an, daß es nicht bei den heutigen MPC`s bleiben wird. Vielleicht wird dann eine andere Bezeichnung hierfür notwendig sein - etwa MMTKT (MultiMediaTeleKommunikationsTerminal).

Das MMTKT wird eine Schaltzentrale der Kommunikation sein. Eine verbesserte Version der heutigen MPC`s.

Während wir heute noch viele Geräte getrennt haben, wird das MMTKT uns ein Komplett-Angebot liefern, indem viele technische Geräte vereint sind. So wird das MMTKT einerseits ein Fernseher sein, mit dem wir gleichzeitig mehrere Programme auf einem Bildschirm holen können, dabei lassen sich dann (wie die Windows-Fenster) manuell die einzelnen Bildgrößen verändern, und das Hauptprogramm, welches wir sehen wollen, nimmt (ganz nach Wunsch) den größten Teil des Bildschirms ein, andere Programme werden in kleiner Größe am Bildschirmrand angezeigt; anderseits wird es ein Telefon sein und zwar ein Bildtelefon, mit dem wir selbst sogar Videokonferenzen abhalten können. Hierbei kann man sich dann wiederum die einzelnen Gesprächspartner in verschiedenen Größen anzeigen lassen, nebenbei können die Fernsehprogramme weiter betrachtet werden. Der Telefonhörer ist ohne Kabel über Infrarot-Strahlen mit dem MMTKT verbunden, ebenso das Faxgerät. Verschiedene Modelle werden einen Anrufbeantworter im MMTKT integriert haben, andere werden ein externes Gerät bevorzugen.

Ein CD-Player, der den althergebrachten Videorecorder ablösen wird, wird Spielfilme aufnehmen, wenn nicht inzwischen "Video on demand" auch diesen Player gar überflüssig macht. Mit "Video on demand" können wir uns über die "Daten-Autobahn" Spielfilme ins MMTKT holen. Dafür zahlen wir dann zwar eine Gebühr, aber wir können uns den Spielfilm, den wir sehen wollen, ganz nach persönlicher Gemütsstimmung aussuchen und ansehen und brauchen uns nicht durch die im Fernsehen übliche Werbung stören lassen. Abzusehen ist allerdings, daß die Werbung ihren gigantischen Werbeträger Fernsehen verlieren wird, ja es ist sogar möglich, daß die Fernsehanstalten wegen "Video on demand" ihren Betrieb einstellen müssen, da sich niemand mehr für ihre Programme interessieren wird oder interessiert ist, diese zu finanzieren. Der Kunde kann sich damit dem Terror der Werbung entziehen. Die Werbeindustrie wird dann aber zumindest versuchen, in den Videofilmen ihre Werbung unterzubringen und die Videoanbieter mit hohen Geldbeträgen dazu verlocken.

Alle anderen Funktionen, die sich heute mit dem Computer durchführen lassen, werden auch mit dem MMTKT möglich sein. Ganz nach Geräteausstattung und Preis werden sich die einzelnen Modelle unterscheiden. Das MultiMediaTeleKommunikationsTerminal wird also zum einen ein Supercomputer sein, zum anderen ein Fernseher und dazu noch die Funktion eines Bildtelefons und anderer Geräte und Funktionen beinhalten, wie Anrufbeantworter, Telefax, CD-Player, Radio und vielleicht auch einen Farbdrucker, um sich Bilder aus den Spielfilmen ausdrucken zu lassen. So wird das ganze unübersehbar zur Schaltzentrale der multimedialen Kommunikation. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis ein solches Gerät auf den Markt kommt, doch sicher ist schon heute, es wird kommen.

Und hier schon jetzt ein Tip für alle innovativen Geschäftsleute, oder die, die es bald werden wollen: In absehbarer Zeit werden die VHS-Videorekorder vom Markt verschwinden. An ihrer Stelle werden CD-Rekorder ihren Dienst übernehmen. Auch Videokameras werden dann die Filme auf CD`s speichern und nicht mehr auf Tapes. Doch was bedeutet dies? Alle diejenigen die VHS-Tapes haben, und ihre wichtigen Filme nun auf CD gespeichert haben wollen, sei es nun, weil das alte Gerät streikt, und sich ein neues Gerät zu kaufen nicht mehr lohnt (wegen der veralteten Technik), oder aus Datensicherungsgründen, dann brauchen sie entweder entsprechende Überspielgeräte oder Dienstleister, die die Überspielung der Bänder auf CD übernehmen. Da man sich vorstellen kann, daß dann Millionen VHS-Tapes auf CD überspielt werden müssen, erkennt man sehr schnell, daß dies ein sehr großer Markt für eine solche Dienstleistungsbranche sein wird, und für diejenigen natürlich, die die Geräte hierzu herstellen werden.

So wie viele andere positive Dinge auch noch kommen werden, werden, wie es in vielen anderen Bereichen leider auch schon üblich ist, die negativen Dinge ebenso mithinzukommen. Die Negativbenutzung einer positiven Errungenschaft (auf geistigem wie auch auf technischem Gebiet) ist nun auch für Multimedia denkbar. Heute schon können böse Buben Multimedia für Dinge verwenden, für welches dieses Medium ursprünglich nicht gedacht ist. Welche kriminellen Energien hier ein lukratives Betätigungsfeld finden, läßt sich wirklich nicht im Gesamten ausmalen. Neue Gesetze werden hier jedenfalls notwendig sein, damit großer Schaden durch groben Unfug und Mißbrauch weitgehend verhindert wird. Diese Gesetze werden sich nicht nur auf Geld- oder Dokumentenfälscher spezialisieren, sondern jede andere widerrechtliche Nutzung ebenso miteinschließen. Das heißt, Gesetze werden Straftaten in diesem Bereich nicht im geringsten bagatellisieren, sondern ganz im Gegensatz dazu (wenn sie schon nicht verhindert werden konnten) streng bestrafen.

Selbstverständlich werde ich Ihnen als Autor nicht erzählen, was sich mit Multimedia alles negatives machen läßt, dahingehend werde ich meine Phantasie auch nicht treiben, eine Anleitung für böse Buben entfällt somit (schließlich möchte ich meine Bücher zukünftig weiterhin Zuhause schreiben und nicht hinter "schwedischen Gardinen"). Aber auch von staatlicher Seite wächst das Interesse (vornehmlich an Cyberspace) für den militärischen Bereich. Mit Cyberspace beispielsweise erwartet man eine verbesserte Kampfausbildung und eine größere Motivation bei den Soldaten. Im Bereich der Pilotenausbildung ist Cyberspace geradezu prädestiniert. Hier lassen sich ganz schwierige Formationen realistisch "fliegen". Man sollte aber nicht vergessen, daß ein Jagdflugzeug immer zur Tötung von Menschen hergestellt wurde und Cyberspace in diesem Bereich das Töten simuliert. Noch tragischer wird es, wenn Cyberspace als ein Mittel zur Folter mißbraucht wird. Dies kann geschehen, indem man unliebsame (politische) Gegner oft stundenlang zwingt in grauenvolle Welten einzutauchen. Hier kann man nur hoffen, daß diese Horrorvision niemals Realität wird.

Auch weniger kriminelle Bereiche können Menschen in den Ruin treiben, wenn das Roulette-Spiel von den Spielhallen in die Wohnstube verlagert wird (per Television bzw. Datenleitung), denn dann werden etliche Zocker Zuhause schwitzend vor der Mattscheibe sitzen und Haus und Hof verspielen. Über dem an einer Datenleitung angeschlossenen PC werden die gewünschten Felder und Beträge gesetzt und das Geld, wenn man das Spiel verloren hat, wird von dem Konto des Spielers abgebucht oder man bekommt einen Betrag auf das Konto eingezahlt, wenn der Spieler gewonnen hat. Dies dürfte aber in der Regel der Ausnahmefall sein, ist doch das Roulette-Spiel so ausgelegt, daß der Staat einen großen Batzen des Geldes bekommt (den größten Teil), schließlich die Spielbank des Spielsalons (also der Betreiber) und nur ganz wenige glückliche Spieler, die vom Schicksal dazu auserkoren wurden, dürfen mit einem Gewinn rechnen.

Nun die Welt ist nicht perfekt. Und wo viel Licht ist, ist auch hin und wieder Schatten. Bleiben wir also auf der Sonnenseite des Lebens! Sehen wir uns nun an, was ISDN und andere angrenzende Kommunikationsdienste uns alles so bieten kann.