Impressum Kontakt

satellitengestützter Fernunterricht

und PC-Netzwerk-CBT

- eine Zeitreise in die Zukunft -

Es gab Zeitungsberichte. Ein Beispiel:

Die Zeit

Nr. 45 - 30. Oktober 1992 - Seite 49



Hilfe aus dem Weltraum

Eine Unterschriften-Aktion, aber keine konventionelle: ein Mann namens
Pierre Sens aus Düsseldorf will der Raumnot an Schulen und Universitäten per Satellit beikommen. Wie das? Er hofft, innerhalb der nächsten drei Jahre ein Bildungs-Satelliten-System aufbauen zu können. Vor allem Studenten sollen sich per Unterschrift bereit erklären, einen Teil ihres Studiums zu Hause zu absolvieren. Tag und Nacht könnte ein - noch in den Weltraum zu schießender - Satellit Bildungsprogramme ausstrahlen. Mit einem Tastatur-Telephon-System sollen die Lernenden mit dem Lehrenden im All kommunizieren. Ein Schub für die Raumfahrt und sicher auch einer für die Telekommunikationsindustrie. Was fehlt? Die Millionen für das Fernstudium aus dem Universum. Pierre Sens hofft auf die Unterstützung derer, die eines Tages von einem Bildungssatelliten profitieren könnten - wenigstens, um ihre Idee verbreiten zu können.

Am 19. November 1992 fand die erste "Multimedia" - Konferenz statt, an der auch ich teilnahm, um mein Konzept (damals noch unter dem Namen "Vision 2000") vorzustellen. Teilnehmer war unter anderem der Manager, Herr L. Reif, vom Berlitz-Konzern. Ihm, wie auch andere, waren meine Ideen zu visionär, eine Unterstützung gab es daher nicht. Auch eine Zusammenarbeit, welche ich anbot, wurde nicht angenommen. Fazit ist, daß die Herren die Lage damals vollkommen fehl eingeschätzt haben und die Entwicklung damit nicht beschleunigen konnten. Verhindern konnten sie sie aber auch nicht.


Die Idee:

Grundgedanke eines satellitengestützten Fernunterrichtes ist es, jedem deutschen Staatsbürger, jedem Staatsbürger der europäischen Gemeinschaft und selbstverständlich später weltweit allen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich per Fernstudium fortbilden zu können.

Mittels moderner Technik (Hardware) und den entsprechenden Programmen (Software) sollen die Lernprogramme allen Schülern, zu jeder Zeit und an jedem Ort angeboten und zur Verfügung gestellt werden. Dies kann geschehen durch Satellitenübertragung oder durch PC-Netzwerk-Konferenz-Verbindung (wobei hier ein direkter Austausch zwischen Schüler und Lehrer möglich ist).

Grundsätzlich soll der satelittengestützte Fernunterricht das Bildungsniveau aller lernwilligen Menschen, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Position in der Gesellschaft, von Staats- oder Religionszugehörigkeit verbessern, um den schwierigen Anforderungen, die wir jetzt zu bewältigen haben, und die noch an uns in Zukunft gestellt werden, gerecht werden zu können.

Um die Probleme unserer Zeit bewältigen zu können, brauchen wir gut ausgebildete Menschen. Ein gut ausgebildetes Volk ist die Grundlage für eine bessere Zukunft.

In den Schulen und Universitäten herrscht noch immer aus Finanzgründen ein großer Mangel an Lehrpersonal. Schulklassen sind daher oft überfüllt und Schulbücher sind meist veraltet und nicht mehr auf dem neuesten Stand. Seit Jahren besteht dadurch im deutschen Bildungssystem ein enormer Mißstand. Dieser kann aber durch den Einsatz von satellitengestützten Fernunterricht und PC-Netzwerk-CBT (CBT = Computer Based Training) beseitigt werden.

Das europäische Parlament hatte die Zeichen der Zeit schon früh erkannt und bereits 1992 entsprechende Projekte in Auftrag gegeben. Mit DELTA, einem Programm, welches von mehr als 170 Organisationen aus der EG und EFTA getragen wird, und welches über 22 Projekte für die Forschung und Entwicklung telematischer Systeme für Fernlernen beinhaltet, wurde ein Werkzeug geschaffen, um effektiv und schnell mit der Schaffung neuer Lernsysteme voranzukommen, vorrangig mit der Multimedia-Teleschool.

Die technische Anforderungen sind hier jedoch schwierig und müssen nach der technischen Lösung erst einmal eine langwierige Testphase durchlaufen. Ein Satellit, der entwickelt und gebaut wurde um rund um die Uhr Lernprogramme für jedermann anzubieten, muß erst einmal von einer Personengruppe getestet werden, bevor dieser von der Allgemeinheit genutzt werden kann. Wie aber kann ein Studierender, beispielsweise von Zuhause aus, an einem satellitengestützten Fernunterricht teilnehmen?

Mittels einer Tastatur, einem sogenannten Keyboard, welches der Lernwillige Zuhause an seinem MMTKT (Multi-Media-Tele-Kommunikations-Terminal) angeschlossen hat, welches eigentlich nichts anderes ist, als ein mit modernster Computertechnik ausgestatteter Fernseher (wie zuvor im Kapitel Mutimedia schon beschrieben), kann er sich das für ihn interessanteste Lernprogramm auswählen aus einer Fülle von Lernprogrammen, die es zu jedem Gebiet und zu den verschiedenen Lernstufen gibt. Mit Hilfe der Tastatur werden Fragen des Lernprogramms beantwortet, was man sich als eine Art Multiple Choise - Verfahren vorstellen kann, und bei richtiger Antwort geht es mit dem Lernstoff weiter, bei falschen Antworten dagegen wird der Unterrichtsstoff wiederholt. Zur Vermittlung des Lern- bzw. Unterrichtsstoffes werden Filme gezeigt und Videosequenzen mit einem Dozenten helfen über schwierige Hürden hinweg.

Dies wäre hier vom Prinzip her gesehen eine recht einfache Sache, die, wenn die Technik einmal weiter fortgeschritten ist, sicher noch komplexer werden könnte. Von der technischen Seite her ist sie auch so schon schwierig, da jeder, der Zuhause ein solches Gerät (ein MMTKT) besitzt, sich an dem satellitengestützten Fernunterricht zu einer beliebigen Zeit beteiligen können soll, damit er seine speziellen Lernprogramme zu seiner ihm angenehmen Zeit auch starten kann, jedenfalls solche, welche für sein Alter und sein Bildungsstand angemessen sind. Um nicht die besserverdienende Gesellschaftsschicht alleine den Nutzen hier aus dieser Technik ziehen lassen zu können, muß diese Unterrichtsform möglichst zum Nulltarif angeboten werden. Aber es lohnt sich, denn es werden hierdurch Gelder in anderen Bereichen des Bildungswesens eingespart.

Das Bildungssystem in Deutschland ist aus Kapazitätsgründen und aus Finanzmangel seit Jahren in der Krise. Besonders im Bereich der Universitäten ist die Grenze des Erträglichen schon längst erreicht, wenn nicht gar überschritten. Moderne Satellitentechnik kann diese Grenze jedoch aufbrechen und Reformen schaffen für ein neues revolutionäres Bildungssystem. Dieses wurde im Jahre 1992 in Angriff genommen. Seitdem gilt für die Politiker:

Es geht ein Gespenst um im Bildungssystem Deutschlands - das Gespenst der Reformen!

Die Aufnahmeverhinderung von jungen Menschen an den Unis durch den Numerus Clausus ist ein volkspolitischer Mißstand, und dieser Mißstand betrifft alle Staatsbürger, wird doch hier viel geistiges Volkspotential brachliegen gelassen, welches der Gesellschaft großen Nutzen bringen könnte. Es betrifft aber auch erst einmal jene Menschen, die bereit sind, wesentliche Zeit ihres Lebens dem Studium und der Forschung zu opfern, um später ihr Wissen anderen Menschen weitergeben zu können und um unser Land mit diesem Wissen positiv zu verändern, die aber an der Hürde des Numerus Clausus scheitern und deswegen nicht studieren können.

Der Numerus Clausus dient sicherlich auch der Qualität des gesamten Studienvolkes, doch wurde dieser in den letzten Jahren immer strenger gehandhabt. Er mußte auch immer strenger gehandhabt werden, da die Kapazitätsgrenze des Bildungssystems in Deutschland den Behörden keine andere Wahl ließ. Die Kapazitätsgrenze bestand, und besteht noch immer, aus unzureichenden Räumen und an einem Mangel geeigneter Dozenten. Mehr Universitäten und mehr Dozenten sind dem Staat, bzw. der Volkswirtschaft, zu teuer. Daraus ergibt sich eben zwangsläufig, daß nur eine gewisse Anzahl derer, die studieren wollen, in die Universitäten zum Studieren kommen dürfen, also viel weniger, als es wirklich sein könnten.

Wenn man aber studieren kann, ohne in die Universitäten gehen zu müssen, indem man von Zuhause aus studiert, dann ist es möglich wieder mehr Menschen studieren zu lassen. Satellitengestützter Fernunterricht und PC-Netzwerk-CBT, hierauf komme ich noch später zurück, macht dies möglich.

Den Studenten dürfte dies recht sein, brauchen sie doch nicht in enge Kommilitonen-Buden zu hausen oder täglich lange Anfahrten zur Uni in Kauf nehmen. Dies kostet den Studenten auch eine Menge Geld. Um dieses Geld aufzubringen, müssen sie oftmals Schulden machen oder sie nehmen einen Job an, um das nötige Geld aufzutreiben. Der Job bringt zwar dann das notwendige Geld, kostet aber dafür wertvolle Zeit. Zeit, die für das Studium wichtiger wäre. So ist es nicht verwunderlich, daß immer mehr Studenten immer länger brauchen, um ihr Studium abzuschließen. Diese länger studierende Studenten, verhindern aber die Neuaufnahme der nachrückenden Studentengenerationen. Die Universitäten sind dadurch überlastet. Studenten müssen sogar hin und wieder im Hörsaal auf dem Boden sitzen, weil nicht genügend Sitzplätze vorhanden sind. Wer Glück hat, kann dann bei einer Lesung im überfüllten Hörsaal, wenn auch auf dem Boden sitzend, dabei sein, andere müssen dagegen draußen vor der Türe bleiben, da selbst in kritischen Fällen auf dem Boden oftmals kein Platz mehr vorhanden ist. Zudem ist das Studienmaterial meist nicht ausreichend vorhanden und auch nur schwierig aufzutreiben; oftmals ist es auch nicht auf dem neuesten Stand, und wenn es doch zu kaufen ist, ist es dann sehr teuer. Diese Zustände gilt es abzuschaffen!

Ein Studien- oder besser Bildungs-Satellit, der es zur Aufgabe hat, Tag und Nacht Bildungsprogramme auszustrahlen, könnte hier Abhilfe schaffen. Doch ein reiner Sende-Satellit wäre hier nur eine Teillösung. Eine ausgestrahlte Sendung, wie beispielsweise das Telekolleg, trifft nicht die Erwartungen der Studenten und wird auch den an das Studienziel gestellten Anforderungen nicht gerecht. Es sollte daher kein einfacher Sende-Satellit sein, der einfach nur eine Vielzahl von Lernprogammen ausstrahlt, sondern man soll mit ihm auch bi- bzw. multilateral arbeiten und lernen können. Mittels einem Tastatur-Telefon-System, welches am Fernseher angeschlossen sein würde, könnte man mit dem Satelliten kommunizieren. Technisch realisierbar ist ein solcher Bildungs-Satellit, und es wird auch hier nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wann der erste Satellit seine Programme ausstrahlt. Vorher könnte man im "Huckepack"-Verfahren schon vorhandene Satelliten nutzen, welche die Lernprogramme mit in ihren Sendungen aufnehmen und zu bestimmten Zeiten ausstrahlen. Der Staat hat es leider versäumt, die Sendeanstalten entsprechend in die Pflicht zu nehmen, um neben Gewalt, Sex und Werbung auch nützliche Sendezeiten ausstrahlen zu lassen. Da auch nicht zu erwarten ist, daß der Staat dies durch ein Gesetz regeln will, bleibt nur der eigene Bildungs-Satellit als Hoffnungsträger. Doch bevor auch nur die ersten Sendungen ausgestrahlt werden können, müssen erst die Lernprogramme produziert werden.

Die Möglichkeiten, die Lernprogramme zu gestalten, sind sehr vielfältig, und es bedarf einer ganzen Industrie, diese Vielfalt der Programme herzustellen, und es ist damit noch eine Zukunfts- und Wachstumsindustrie, denn die Grenzen zum Ausbau dieses Bildungssystems sind noch weit offen. Es gestattet auch den Betreibern und den Benutzern eine enge Zusammenarbeit. Ein Mitspracherecht der Benutzer (beispielsweise hier der Studenten) an die Auswahl, Inhalt und Gestaltung der Programme wäre wünschenswert und ein Vorstoß zu noch mehr Demokratie in unserer Gesellschaft.

Dadurch, daß man von Zuhause aus studieren könnte und damit viele Anfahrtzeiten zur Uni wegfallen würden, hätte man mehr Freizeit, die dem Studium zu Gute kommen könnte. Zudem ist es Zuhause meist bequemer als im überfüllten Hörsaal. Sonst schwer anzuschaffende Literatur wäre für viele Studenten über Satellit zugänglich und frei nutzbar.

Eine andere Möglichkeit besteht mit PC-Netzwerk-CBT, wobei eine Gruppe von Studenten mit ihrem PC über Netzwerk (ISDN-Leitung) mit einem Tutor (Lehrer) verbunden sind und so interaktiv lernen können. Das ganze ist wie eine Konferenz-Verbindung aufgebaut, wobei man bei der entsprechenden Ausstattung der PC`s, jeweils mir einer Kamera, auch ein Video-Konferenz-System sich aufbauen kann. Dieses System ist besonders interessant, da es sich individueller gestaltet läßt und modular überall dort aufgebaut werden kann, wo es gerade dringend benötigt wird. So können auch außerhalb der Universitäten kleine Studios aufgebaut werden, welche auch untereinander verbunden sein können und mit einem Tutor verbunden sind, der vielleicht zentral in der Universität doziert. So ist dieses System nicht nur für die Studenten interessant, sondern kann auch von den Berufsschulen, Fachhochschulen, Fernschulen etc. genutzt werden. Beispielsweise bei größeren Firmen mit mehreren Zweigstellen wäre so simultan für die Auszubildenden zentraler Unterricht in einem virtuellen Klassenzimmer möglich.

Die Verknüpfung von vielen virtuellen Klassenzimmern innerhalb der Grenzen der EG würde eine europäische Studiengemeinschaft entstehen lassen. Dazu bedarf es aber der Standardisierung aller Lerninhalte und -ziele und eine europäische Norm wäre erforderlich, für die Kompatibilität der hierzu notwendigen technischen Geräte.
Somit wäre beispielsweise für deutsche Studenten bei einem Studium außerhalb Deutschlands, aber innerhalb der Grenzen der EG, ein geregeltes und anerkanntes Studium gewährleistet. Die für den Studierenden zu erreichenden Zertifikate und Diplome sind somit in jedem Land Europas von gleichem Stellenwert und müssen in jedem europäischen Land anerkannt werden. Das Niveau des Studiums muß daher in ganz Europa auf eine einheitliche Ebene gehoben werden. Für die einheitliche Auslegung des Studiums auf eine europäische Norm, wäre das Europa-Parlament in Straßburg zuständig. Aber außer Normierung und Kompatibilität gibt es noch eine Vielzahl anderer Punkte, die hier zu beachten sind.

Jedermann soll jederzeit lernen können, um sich weiter auszubilden. Aber wer Zertifikate und Diplome haben will, muß sich einer Studiengemeinschaft anschließen. Damit erhält er auch Zugriff auf einer der zur Studiengemeinschaft gehörenden Datenbanken, die ihm alle benötigten Informationen und die entsprechende Literatur liefert, welche er für sein Studium braucht. Und diese Datenbank ist vor nichtauthorisiertem Zugriff geschützt. Das heißt, nur Teilnehmer können darauf zugreifen und jeder Teilnehmer ist registriert. Es werden alle die Informationen gespeichert, wer wann und wo auf welche Daten zugreift und wer mit wem wann kommuniziert und Daten austauscht. Alles wird protokolliert!
"Schwarze Schafe", welche ein solches System mißbrauchen wollen, wozu auch immer, sind durch die Protokollierung schnell gefunden. Ein Schwerpunkt dieses Systems ist deshalb die Protokollierung und Überwachung aller am System Beteiligter, um Sicherheit in dieses System hineinzubringen, eventuell auch um vor Sabotage zu schützen, so schwierig dies auch sein wird.

Diese Sicherheit beinhaltet den Schutz vor Datendiebstahl, vor Manipulation an Datenbeständen, vor Zerstörung durch eingebrachter "Viren" und so weiter. Und dies fordert zwangsläufig die Protokollierung und Kontrolle aller am System zugreifenden Mitglieder. Dies dient auch ihrem Schutz, da die dem Mitglied benötigten Daten auch geschützt sein müssen. Das können ganz die privaten Daten sein, dies können aber auch die dem Unterricht dienenden Daten sein, wie beispielsweise die Dauer, die ein Student braucht, um einen bestimmten Unterrichtsstoff zu lernen, oder welche Informationen von ihm hierzu genutzt wurden, oder die Noten über den aktuellen Wissensstand. Eine Manipulation dieser Daten muß ausgeschlossen sein.

Eine solche Datenbank muß daher sehr voluminös sein (es können sich auch um mehrere Datenbanken handeln), um alle Daten erfassen zu können. Bei den Daten handelt es sich um Informationen, die der Betreiber und der Benutzer braucht, beispielsweise die Texte der Fachliteraturen. Und was ebenso wichtig ist, das System muß fehlerfrei arbeiten, egal wie viele Anwender zur gleichen Zeit auf die Datenbank zugreifen, und es muß rund um die Uhr in Betrieb sein. Dies stellt einen enormen Kostenfaktor dar.

Bei der Fachliteratur gibt es noch eine Besonderheit zu beachten. Während man bisher für Fachbücher viel Geld ausgeben muß, wird die Literatur aus der Datenbank möglicherweise kostenfrei sein. Eine Verlagskrise wäre damit in Gang gesetzt. Es sei denn, die Buchverlage selbst speichern in die Datenbank ihre Bücher ab und der Benutzer (Schüler, Student), der auf die Datenbank zugreift, um Texte aus Büchern abzurufen, muß eine Benutzungsgebühr bezahlen. Diese geht dann zu einem Teil den Buchverlagen zu und zu einem anderen Teil dem Datenbankbetreiber. Es wäre auch möglich, daß mehrere Verlage, oder ein Großverlag wie Bertelsmann, selbst eine Datenbank betreiben werden, um ihre Verlage abzusichern. Die von den Buchverlagen abgespeicherten Bücher unterliegen dann genauso den Copyrights wie die gedruckten Bücher. Die anfallenden Gebühren werden über Teilnehmerkontonummern abgerechnet. Der Teilnehmer erhält zudem eine Chipkarte, die eine Menge an Daten enthält und Informationen speichert. Das bedeutet, daß die Teilnehmer zusätzlich zu ihrem MMTKT ein Chiplesegerät brauchen, wenn es nicht schon von vornherein darin integriert ist.

Die Chipkarte enthält beispielsweise folgende Daten:

* Geheimnummer
* Teilnehmername
* Wohnort des Teilnehmers
* Art des Studiums, Lehrgangs
* Dauer des Studiums, Lehrgangs
* Stand der Kenntnisse
* Zugriffsberechtigung auf die Datenbank ja/nein
* Zugriffsberechtigung auf die angemeldeten Studienbereiche
* Höhe der aufgelaufenen einzelnen Gebühren
* Summe der insgesamt aufgelaufenen einzelnen Gebühren, bzw. der Gebühren, die schon abgerechnet sind
* Möglichkeit der Inanspruchnahme verschiedener Dienstleistungen, wie die Inanspruchnahme eines Tutors.

Die Chipkarte erlaubt dem Teilnehmer ortsunabhängig an jedem mit der Datenbank verbundenen PC Daten abzurufen, bzw. am Unterricht teilzunehmen. Hiervon profitieren vor allem diejenigen Personen, die viel unterwegs sind oder Studenten, die bei befreundeten Kommilitonen zu Besuch sind, um gemeinsam zu lernen. Wer dann die Datenbank nutzen will, der steckt seine Chipkarte, die der Schlüssel zur Zugriffsberechtigung ist, in das Chipkartenlesegerät, tippt seine Geheimnummer ein und erhält Zugang zur Datenbank.

Abschließend zu diesem Thema sei noch einmal die Vorteile des Fernunterrichts zusammengestellt:

* der Weg zum Ort der Bildung entfällt
* die Zeit des Lernens wählt allein der Lernende nach seinen privaten Möglichkeiten
* die Geschwindigkeit des Lernens wählt der Lernende nach seinen Bedürfnissen
* die Fachgebiete wählt der Lernende nach seinen Interessen
* den Bildungsweg wählt der Lernende nach seinen Fähigkeiten
* eine einheitliche Bildung auf obersten Niveau ist europaweit garantiert
* der Lernende kann jederzeit seinen Bildungsstand erkennen und überprüfen (und das, ohne den Druck der Mitlernenden ausgeliefert zu sein)
* der Lernende kann den Bildungsstätten fernbleiben, die mittlerweile oftmals zum Hort der Gewalt und Kriminalität geworden sind (Drogendealern wird damit dieser lukrative Marktplatz entzogen)
* die didaktischen Methoden der Fernunterrichts sind besser und ausgereifter, als daß es jeder einzelne Lehrer nachvollziehen könnte, da ein ganzer Stab von Fachleuten sich hier bemüht
* der Lernende hat das Recht die für ihn beste Lernmethode in Anspruch nehmen zu können
* der Lernende kann die Unterrichtssprache frei wählen, es sollen alle europäischen Sprachen genutzt werden können (wie Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Holländisch und Deutsch)
* der Ganzzeit-Lernende hat bei intensiver Nutzung der Fernstudienangebote die Möglichkeit, seine Studienzeit zu verkürzen, um schnell sich im Beruf einarbeiten zu können
* der Teilzeit-Lernende kann dagegen nach seinen Wünschen das Studium verlängern, ohne Gefahr zu laufen, sein Studium abbrechen zu müssen, da er keinen Mitlernenden seinen Platz wegnimmt; so kann er sorgenfreier seiner Arbeit nachgehen und nebenher lernen.

Da der Aufbau eines europaweiten Fernunterrichts-System viel Zeit und Geld kostet, sollen die Lernenden selbst die Möglichkeit haben, hieran aktiv mitzuwirken. Dazu müßten sie sich aber organisieren. Sie könnten dann selbst explizite Bewertungsunterlagen für die Planung und Steuerung der Europa-Fern-Universität beschaffen und damit helfen, kundennah diesen Markt aufzubauen. Ansonsten sind, außer noch der zu gründenden Studentenorganisation, noch folgende Partner am Aufbau beteiligt:

* die Europäische Gemeinschaft
* Bund, Länder und Kommunen
* die Multi-Media-Kommunikations-Industrie
* die Fernuniversitäten und die Studiendienstleistungsunternehmen.
Die (noch zu bildende) Organisation der Lernenden könnte in folgenden Bereichen ein Betätigungsfeld finden:
* Mitarbeit an technischen Problemlösungen
* Mitarbeit an der Lösung von Problemen im Softwarebereich
* Mitarbeit bei der Herstellung der Lernprogramme
* Mitarbeit am Aufbau der Datenbank(en)
* Aufklärungsarbeit
* Werbung
* als Kommission: Mitspracherecht bei der Betreibung des Fernstudiensystems.

Das ganze beinhaltet also nicht nur viel Arbeit, sondern beinhaltet auch, viel Verantwortung übernehmen zu müssen. Dies sind allerdings Aufgaben, der sich die Menschen, insbesondere auch die Lernenden, stellen müssen.

Die Bildungsbranche kann durch den satellitengestützten Fernunterricht und das kommende PC-Netzwerk-CBT zur Zeit optimistisch in die Zukunft schauen, ist sie doch ein stetiger Wachstumsmarkt; jedenfalls solange es immer mehr Menschen auf der Erde gibt. Aber allen allzu großen Optimisten sei hier jetzt schon vorgewarnt, denn neue Entwicklungen und Erfindungen zeigen Zukunftsperspektiven, bei der der satelittengestützte Fernunterricht und das PC-Netzwerk-CBT (was für uns jetzt noch so sehr modern klingt) die Saurier einer längst vergangenen Epoche sein werden. Was also kann uns hier in naher oder etwas ferner Zukunft erwarten?

Wissen, das wissen wir längst, läßt sich auch auf andere Medien speichern. Die Computer speichern Informationen auf Silizium-Basis durch elektromagnetische Impulse. Während man hier noch mit Computerchips arbeitet, die mehrere Megabyte Informationen in 0 und 1 Zustände verarbeiten, sind schon längst durch Multimedia die Gigabytes-Chip nötig. Diese können auch heute nur durch die Verbesserung der alten Technik auf bewährtem Material hergestellt werden. Doch diese Technik stößt jetzt immer mehr und mehr an ihre Grenzen und auch das Material Silizium scheint nicht das geeignete Material zu sein. Welches Material ist aber das geeignete Material? Welches Material macht das menschliche Gehirn so leistungsfähig? Es ist, um es grundlegend zu klassifizieren, biochemisches Material! Dies haben die Wissenschaftler der Computerindustrie auch schon längst erkannt und versuchen nun einen neuen Stoff zu finden, mit der sie mehrere Gigabytes an Informationen auf kleinstem Raum speichern können. Andere Wissenschaftler forschen dazu an neuronalen Netzwerken, die die Verbindung der Synapsen im Gehirn nachahmen sollen, um die Chips besser strukturieren zu können. Was der Mensch auch erforscht, so lehrt es uns die Geschichte, es wird eines Tages gelingen. So auch hier.

Der Computer, mit den neuen Bausteinen ausgestattet, wird zwar nicht identisch mit unseren heutigen Computern sein, aber er wird doch einen Quantensprung in der Informationstechnik bedeuten. Wesentlich dabei ist (dies muß man sich erst einmal vorstellen können), das Wissen auf viele verschiedene Materialen übertragen werden kann, ja ich mag sogar behaupten, auf alle Materialien!

Die einen Menschen wollen ihr gesamtes Wissen in Silizium speichern, (Silizium ist sehr kristallisiert), die Biologen aber wollen dies möglichst in einer reinen biologischen Masse versuchen, einige Chemiker, das liegt nahe, suchen nach einer anderen rein chemischen Substanz, und irgendwann wird dann so ein Genie daherkommen und aus all den verschiedenen Materialien einen Riesen-Computer zusammenbauen. Riesig, was die Leistung betrifft, winzig was das Ausmaß der Größe betrifft. Damit wäre erst einmal die Evolution einer neuen Computergeneration fast abgeschlossen. Aber wenn man schon auf diesem Kenntnisstand ist, dann wird erst das wirklich Revolutionäre geschaffen werden, was die Welt grundlegend und unwiderruflich verändern wird - die Wissenspille!

Dann wird es möglich sein, Wissen auf alle möglichen Substanzen zu speichern. Vielleicht auch auf eine Brausetablette?

Lachen Sie jetzt bitte nicht! Dies wird die Welt revolutionieren und sie schlagartig verändern. Der Mensch wird in Zukunft nicht mehr zur Schule gehen müssen, sein Abitur oder sein Studium machen und damit viele Jahre seines Lebens vergeuden, um altes Wissen zu lernen. In Zukunft werden die Menschen ihr Wissen einnehmen, vielleicht auch mit einer Brausetablette. Sie ersparen sich damit viele Jahre des Lernens, können statt dessen sofort damit beginnen, neues Wissen zu schaffen. Der Erfindungsreichtum der Menschen wird Quantensprünge machen. Immer neueres Wissen kommt auf die Menschen zu. Und sie müssen es nicht erlernen, sie nehmen es einfach ein. Und mit diesem neueren Wissen schaffen sie wieder neue Erfindungen, verbessern alte Entwicklungen, schaffen neues Wissen, welches man wiederum einnehmen kann, um wiederum neues Wissen zu schaffen und so weiter .... und so weiter.

Bei immer mehr Menschen, die auf der Erde leben, und den hieraus entstehenden Problemen, ist neues Wissen dringend nötig, damit die Erde keinen Kollaps erfährt und die Menschen auf der Erde nicht vernichtet werden. Das Gleichgewicht der Erde muß stabil gehalten werden, dazu sind Quantensprünge im Wissen der Ökologie und natürlich auch in allen anderen Bereichen notwendig. Auch das Abenteuer Weltraum kann dann wieder zu einem Abenteuer werden. Weite Reisen des Menschen im All werden dann endlich möglich sein, Kolonien auf anderen Planeten werden dann errichtet werden. Vieles, was heute noch undenkbar ist, ja noch niemals gedacht wurde, wird die Menschen überraschen.

Es wird dann eine Industrie geben, die sich mit der Herstellung von Wissenspillen beschäftigt, denn für immer neueres Wissen, wird es auch immer mehr Wissenspillen geben müssen und diese werden sich vervielfältigen, wie die Reiskörner auf dem chinesischen Schachbrett (hierbei handelt es sich um die Verdoppelung der Reiskörner auf jedem Feld des Brettes, was in die großen Dimensionen geht und die Weiterführung der Sache letztendlich unmöglich macht). Was es dann allerdings garantiert nicht mehr geben wird, ist satellitengestützter Fernunterricht und PC-Netzwerk-CBT.

Doch, wie sieht es mit dem sozialen Gleichgewicht der Menschen aus? Wer wird die Wissenspillen bekommen? Wer wird welche Wissenspillen bekommen? Wer wird diese Pillen verteilen, und nach welchem Kriterium wird er diese verteilen?

Werden schon Kleinkinder, gar Babys, diese Pillen nehmen müssen? Dürfen Neugeborene einige Jahre wirklich Baby und Kind sein oder müssen sie schon von Geburt an kleine Mini-Einsteins sein?

Wird das Militär und die Polizei mit Wissenspillen menschliche Kampfmaschinen heranzüchten? Wird das gesteigerte Wissen, neuere und gefährlichere Waffen produzieren? Wenn ja, wird dann die Wissenspille den Untergang der Menschheit beschleunigen oder vermag sie es, im guten genutzt, diesen verhindern?

Wird man sogar Tieren diese Pillen geben, um sich mit ihnen verständigen zu können?

Sie sehen, eine Menge Fragen kommen da auf uns zu, wenn das Wissen der Menschheit durch die Wissenspille explodiert. Die Antworten dazu vermögen wir heute kaum geben. Noch ist es ja auch nur eine Utopie. Manche Utopien werden aber schneller wahr, als wir es uns erträumen können.

Als Jules Verne vor circa 100 Jahren seine "Reise zum Mond" schrieb, gab es noch keine Raketen, die ins All fliegen konnten, noch nicht einmal Flugzeuge, aber er hat sie vortrefflich genau beschildert, und es hat mal gerade ein halbes Jahrhundert gedauert, da wurden schon die erste Raketen gebaut. Und wer kann es uns heute sagen, wann die Wissenspille keine Utopie mehr sein wird? Vielleicht erleben wir es ja noch (?)!